Die Fahnen des Ersten Garderegiments zu Fuß

Fahnenträger mit Fahne des Ersten Garderegiments zu Fuß um 1900

"Es raunt der Fahne Seidentuch,

es rauscht der alte Fahnen Devisen,

Es zeugt zerschossener Fahne Schaft

Von Tapferkeit, von Führerschaft,

Von jenen, die gefallen."

 

Vorwort der Regimentsgeschichte 1871-1914

Im Hintergrund hören Sie den Fahnenmarsch des Wachbataillons. Mit freundlicher Genehmigung durch die DGfMM.

Für diese Seite wird auf die hervorragende Ausarbeitung des Herrn Bernd Schuster (Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Heereskunde e. V. und der Deutschen Gesellschaft für Militärmusik e. V.) zurückgegriffen, die von ihm freundlicherweise zur Auswertung und Veröffentlichung zur Verfügung gestellt wurde. Es sind jeweils die Leibfahnen und die Kompagniefahnen[1] dargestellt. Die Literaturquellen für diese Ausarbeitung widersprechen sich leider teilweise erheblich. Vor allem bei den ältesten Fahnen gibt es meist mehrere Angaben, die der Vollständigkeit halber alle mit aufgeführt wurden. Im Wesentlichen wurden hierfür die Werke von Bleckwenn, Redlin, Fiebig und das Zigarettenbilderalbum von Bulgaria verwendet. Auch wird oft auf "DS29" und "DS37" verwiesen. Hierbei handelt es sich um Ausarbeitungen des "Alten Dessauers", Leopold von Anhalt-Dessau (1676-1747), und dessen Sohnes, die im Auftrage König Friedrich Wilhelms I. verfasst wurden. Bei der Akribie in Uniformfragen, die Se. Majestät nachgesagt wurden, ist diese Quelle besonders hervor zu heben.

Zu den Altpreußischen Regimentern Garde Nr. 6 und Nr. 15 finden Sie - ebenfalls verfaßt von Bernd Schuster - spezielle Erläuterungen unter Übertragbares.

I. Fahnen des Regiments Kurprinz, bzw. Kronprinz, bzw. des Königs, bzw. Bataillon Grenadiergarde Nr. 6

Regimentsfahnen Beschreibung (nach Redlin)

Regiment zu Fuß Churprintz um 1678

Leibfahne:

Tuch weiß mit roten Eckflammen. Im Mitteloval zwei grüne Zweige mit Goldband. Darüber goldener Namenszug und weiß-roter Kurhut. Um das Oval vier goldene Flammen. Stange braun mit vergoldeter Spitze und weiß goldenen Banderolen und Quasten.

Kompagniefahnen:

Tuch rot mit weißen Eckflammen. Mitteloval weiß, darin der rote märkische Adler mit goldenem Schnabel, goldenen Fängen und Zepter, Zunge rot. Über dem Adler Kurhut, Kopfteil weiß mit goldenen Perlen, Oberteil karminrot. Um das Oval vier goldene, aufrechtstehende Flammen. Stange braun mit vergoldeter Spitze, weißgoldene Banderolen und Quasten. Nagelband rot, Nägel golden.

Regiment zu Fuß Churprintz um 1696

Leibfahne:

Tuch weiß mit weißer Nagelschnur. Mittelteil kornblumenblau, umrahmt von einem goldenen Palmenkranz mit goldenem Band. In dem Mittelteil grün-bräunliche Hügel, darüber ein schwarzer Adler mit goldenem Schnabel und Fängen und roter Zunge. Devisenband weiß mit goldener Schrift „Non soli cedit“ (lat.: Er weicht der Sonne nicht), goldene Sonne. Über, unter und seitwärts des Kranzes sechs goldene Flammen. In den vier Ecken je ein offener Lorbeerkranz mit dem Namenszug des Churprinzen FWCP (Friedrich Wilhelm Churprintz). Über den Eckkränzen je eine Krone mit goldenem Kopfteil, Bügeln und Kreuzen, rotem Quer- und Unterfutter. Stange braun mit vergoldeter Spitze. Banderole und Quasten weiß-golden meliert.

Kompagniefahnen:

Tuch kornblumenblau mit blauer Nagelschnur. Mittelteil weiß, Devisenband kornblumenblau. Banderole und Quasten blaugolden meliert, alles andere wie Leibfahne.

Regiment zu Fuß Kronprinz um 1706

Leibfahne:

Tuch weiß mit weißem Nagelband. Das Tuch ist mit kleinen schwarzen und roten, ungekrönten, gold-bewehrten Adlern bestreut. Obere Reihe schwarze, zweite Reihe rote Adler, usw. abwechselnd. Mittelfeld kornblumenblau mit grau-grünen Hügeln und weißem Devisenband. Über Landschaft schwarzer Adler mit goldener Kone, Schnabel und Fängen. Sonne und Schrift golden. Um das Mittelfeld goldene Palmzweige, darüber goldene Krone mit roter Mütze und blauen Steinen. In den vier Ecken goldene Palmzweige mit dem gekrönten Namenszug des Prinzen FWCP (Friedrich Wilhelm Chronprintz), darüber kleine Krone - wie die Hauptkrone. Stange braun mit vergoldeter Spitze und Nägeln. Banderole und Quasten blau-golden.

Kompagniefahnen:

Tuch kornblumenblau mit blauem Nagelband. Mittelfeld weiß mit blauem Devisenband. Alles übrige wie bei der Leibfahne.

Regiment zu Fuß Kronprinz um 1708

Leibfahne:

Tuch und Nagelband weiß, Mittelfeld kornblumenblau, Devisenband weiß. Um das Mittelfeld goldener Palmenkranz, darüber goldene Krone mit blauen Steinen auf den Bügeln und blauem Reichsapfel, Mütze karminrot. Im Mittelfeld grün-braune Hügel, darüber schwarzer Adler mit goldenem Schnabel, Fängen und Krone, Zunge rot. Sonne golden, über und unter dem Mittelfeld je eine, rechts und links je zwei nach oben züngelnde goldene Flammen. In den vier Ecken kleinere goldene Palmzweige mit dem gekrönten Namenszug des Kronprinzen FWCP (Friedrich Wilhelm Chronprintz). Kleine Kronen wie große Krone. Stange braun mit vergoldeter Spitze und Nägeln, Banderole und Quasten blau-golden.

Kompagniefahnen:

Tuch kornblumenblau mit blauem Nagelband. Mittelfeld weiß mit blauem Devisenband. Alles übrige wie bei der Leibfahne.

Regiment zu Fuß Kronprinz um 1709[2]

Leibfahne:

Tuch und Nagelband weiß, Mittelfeld kornblumenblau, Devisenband weiß. Um das Mittelfeld goldener Palmenkranz, darüber goldene Krone mit blauen Steinen auf den Bügeln und blauem Reichsapfel, Mütze karminrot. Im Mittelfeld grün-braune Hügel, darüber schwarzer Adler mit goldenem Schnabel, Fängen und Krone, Zunge rot. Sonne golden, über und unter dem Mittelfeld je eine, rechts und links ebenfalls je eine nach oben züngelnde goldene Flamme. In den vier Ecken kleinere goldene Palmzweige mit dem gekrönten Namenszug des Kronprinzen FWCP (Friedrich Wilhelm Chronprintz). Kleine Kronen wie große Krone. Stange braun mit vergoldeter Spitze und Nägeln, Banderole und Quasten blau-silbern.

Kompagniefahnen:

Tuch kornblumenblau mit blauem Nagelband. Mittelfeld weiß mit blauem Devisenband. Alles übrige wie bei der Leibfahne.

Regiment zu Fuß Kronprinz,

I. Bataillon (Leib- oder "Rothes" Bataillon) 1709-1713

Leibfahne:

Tuch weiß mit stehendem roten Flammenkreuz, Mittelfeld kornblumenblau. Um das Mittelfeld goldene Palmenzweige und goldene, durchbrochene Königskrone mit blauen Steinen und Reichsapfel und silbernen Kerzen. Im Mittelfeld grün-braune Hügel, schwarzer Adler mit goldenem Schnabel, Fängen und Krone, Sonne golden, Devisenband weiß mit goldener Schrift. Auf den Balken des Flammenkreuzes je eine nach dem Mittelschild gerichtete goldene Flamme. Goldene Eckkränze mit gekröntem Namenszug FWCP (Friedrich Wilhelm Chronprintz), kleine Kronen analog der großen Krone. Nagelband weiß, Stange braun mit vergoldeter Spitze und Nägeln, Banderole und Quasten schwarz-silbern meliert.

Kompagniefahnen:

Tuch, Devisenband und Nagelband kornblumenblau, Mittelfeld weiß. Alles übrige wie bei der Leibfahne.

Regiment zu Fuß des Königs

1713 bis 1717 und ab 1717

1713-1717

Leibfahne:

Tuch und Nagelband weiß, Mittelfeld kornblumenblau, Devisenband weiß. Um das Mittelfeld goldener Palmenkranz, darüber goldene, durchbrochene Krone mit blauen Steinen auf den Bügeln und blauem Reichsapfel, keine Mütze, Innenring rot. Im Mittelfeld unten die Landschaft, darüber schwarzer Adler mit goldenem Schnabel, Fängen und Krone, Zunge rot. Sonne golden, über und unter dem Mittelfeld je eine, rechts und links ebenfalls je eine nach oben züngelnde goldene Flamme. In den vier Ecken kleinere goldene Palmzweige mit dem gekrönten Namenszug des Königs FWR (Friedrich Wilhelm Rex). Kleine Kronen wie große Krone. Stange gelb mit vergoldeter Spitze und Nägeln, Banderole und Quasten schwarz-silbern.

Kompagniefahnen:

Tuch kornblumenblau mit blauem Nagelband. Mittelfeld weiß mit blauem Devisenband. Alles übrige wie bei der Leibfahne.

ab 1717

Leibfahne[3]:

Tuch und Nagelband weiß, Mittelfeld weiß, Devisenband weiß. Um das Mittelfeld goldener Palmenkranz, darüber goldene, durchbrochene Krone mit blauen Steinen auf den Bügeln und blauem Reichsapfel, keine Mütze, Innenring rot. Im Mittelfeld unten die Landschaft, darüber schwarzer Adler mit goldenem Schnabel, Fängen und Krone, Zunge rot. Sonne golden, über und unter dem Mittelfeld je eine, rechts und links ebenfalls je eine nach oben züngelnde goldene Flamme. In den vier Ecken kleinere goldene Palmzweige mit dem gekrönten Namenszug des Königs FWR (Friedrich Wilhelm Rex). Kleine Kronen wie große Krone. Stange gelb mit vergoldeter Spitze und Nägeln, Banderole und Quasten schwarz-silbern.

Kompagniefahnen:

Mittelfeld blau mit weißem Devisenband. Alles übrige wie bei der Leibfahne.

Bataillon Grenadiergarde ab 1740

Leibfahne:

Tuch und Nagelband weiß, Mittelfeld kornblumenblau, Devisenband  weiß mit goldener Schrift "Pro Gloria Et Patria". Um das Mittelfeld goldener Palmenkranz, darüber goldene, durchbrochene Krone mit blauen Steinen auf den Bügeln und blauem Reichsapfel, Innenring rot. Im Mittelfeld ein schwarzer Adler mit goldenem Schnabel, Fängen und Krone, Zunge rot. In den Fängen zum einen ein Schwert mit goldenem Griff und silberner Klinge, zum anderen ein goldenes Blitzbündel. Über und unter dem Mittelfeld je eine, rechts und links ebenfalls je eine in Richtung des Mittelfeldes züngelnde goldene Flamme. In den vier Ecken kleinere goldene Palmzweige mit dem gekrönten Namenszug des Königs FWR (Friedrich Wilhelm Rex)[4]. Diese Eckfelder entweder weiß oder blau. Kleine Kronen wie große Krone. Stange gelb mit vergoldeter Spitze und Nägeln, Banderole und Quasten schwarz-silbern.

Kompagniefahnen:

Mittelfeld blau mit weißem Devisenband. Alles übrige wie bei der Leibfahne.

Bataillon Grenadiergarde Musterfahnen um 1747

Leibfahne:

Tuch und Nagelband weiß, Mittelfeld kornblumenblau, Devisenband  weiß mit goldener Schrift "Pro Gloria Et Patria". Um das Mittelfeld goldener Lorbeerkranz, darüber goldene, durchbrochene Krone mit blauen Steinen auf den Bügeln und blauem Reichsapfel, Innenring rot. Im Mittelfeld ein schwarzer Adler mit goldenem Schnabel, Fängen und Krone, Zunge rot. In den Fängen zum einen ein Schwert mit goldenem Griff und silberner Klinge, zum anderen ein goldenes Blitzbündel. Über und unter dem Mittelfeld je eine, rechts und links ebenfalls je eine in Richtung des Mittelfeldes züngelnde goldene Flamme. In den vier Ecken kleinere goldene Lorbeerzweige mit dem gekrönten Namenszug des Königs FR (Fridericus Rex). Diese Eckfelder entweder weiß. Kleine Kronen wie große Krone. Stange gelb mit vergoldeter Spitze und Nägeln, Banderole und Quasten schwarz-silbern.

Kompagniefahnen:

Mittelfeld blau mit weißem Devisenband. Alles übrige wie bei der Leibfahne.

II. Fahnen des Regiments Lottum, bzw. Coenen, bzw. Goltz, bzw. Kronprinz, bzw. Garde Nr. 15

Regimentsfahnen Beschreibung (nach Redlin)

Regiment zu Fuß von der Goltz um 1725

Leibfahne:

Tuch gelb mit stehendem roten Flammenkreuz, Mittelfeld weiß. Um das Mittelfeld goldene Palmenzweige und goldene, durchbrochene Königskrone mit blauen Steinen und Reichsapfel und silbernen Kerzen. Im Mittelfeld unten die Landschaft, darüber schwarzer Adler mit goldenem Schnabel, Fängen und Krone, Zunge rot. Devisenband weiß mit goldener Schrift „Non soli cedit“. Auf den Balken des Flammenkreuzes je eine nach dem Mittelschild gerichtete goldene Flamme. Goldene Eckkränze mit gekröntem Namenszug FWR (Friedrich Wilhelm Rex), kleine Kronen analog der großen Krone. Nagelband weiß, Stange braun mit vergoldeter Spitze und Nägeln, Banderole und Quasten schwarz-silbern meliert.

Kompagniefahnen:

Tuch, Devisenband und Nagelband gelb, Mittelfeld weiß. Alles übrige wie bei der Leibfahne.

Regiment zu Fuß Kronprinz ab 1732 und um 1735

ab 1732

Leibfahne:

Tuch und Nagelband weiß, schmales blaues Keilkreuz, Mittelfeld kornblumenblau, Devisenband weiß. Um das Mittelfeld silberner Palmenkranz, darüber silberne, durchbrochene Krone mit blauen Steinen auf den Bügeln und blauem Reichsapfel, keine Mütze, Innenring rot. Im Mittelfeld unten die Landschaft, darüber schwarzer Adler mit goldenem Schnabel, Fängen und Krone, Zunge rot. Sonne golden, auf dem Keilkreuz  je eine dem Mittelfeld zugewandt züngelnde silberne Flamme. In den vier Ecken kleinere silberne Palmzweige mit dem gekrönten Namenszug des Königs FWR (Friedrich Wilhelm Rex). Kleine Kronen wie große Krone. Stange gelb mit vergoldeter Spitze und Nägeln, Banderole und Quasten schwarz-silbern.

Kompagniefahnen:

Tuch zusätzlich mit blauen Eckkeilen. Alles übrige wie bei der Leibfahne.

um 1735

Leibfahne:

Tuch und Nagelband weiß, schmales blaues Keilkreuz, Mittelfeld weiß, Devisenband weiß. Um das Mittelfeld silberner Palmenkranz, darüber silberne, durchbrochene Krone mit blauen Steinen auf den Bügeln und blauem Reichsapfel, keine Mütze, Innenring rot. Im Mittelfeld unten die Landschaft, darüber schwarzer Adler mit goldenem Schnabel, Fängen und Krone, Zunge rot. Sonne golden, auf dem Keilkreuz  je eine dem Mittelfeld zugewandt züngelnde silberne Flamme. In den vier Ecken kleinere silberne Palmzweige mit dem gekrönten Namenszug des Königs FWR (Friedrich Wilhelm Rex). Kleine Kronen wie große Krone. Stange gelb mit vergoldeter Spitze und Nägeln, Banderole und Quasten schwarz-silbern.

Regiment zu Fuß Kronprinz vor 1740

Zeltfahne:

Tuch blau, Nagelband golden, Nägel von Messing, Mittelfeld gelb, Devisenband weiß mit schwarzer Inschrift "Regiment von Cron Printz". Im Mittelfeld der Stern des schwarzen Adler Ordens, die von der Mitte ausgehenden Spitzen silbern, im Mittelschild der Adler goldfarben oder schwarz, der Grund goldfarben, Devisenband weiß, Ränder und „SUUM QUIQUE“-Motto goldfarben. In jeder Ecke je eine dem Mittelfeld zugewandt züngelnde silberne Flamme. Stange gelb mit vergoldeter Spitze und Nägeln. Höhe etwa 54cm, Länge ca. 67cm. Stangenlänge etwa 2,4m.

Regiment Garde ab 1740

 

Leibfahne:

Gesticktes weißes Tuch mit silbernen senkrechten Streifen, Nagelband und Nagelung silbern, silberner, zum Teil goldeingefaßter Rokokoschild, Devisenband silbern mit goldener Randeinfassung und goldener Schrift "Pro Gloria Et Patria". Das Mittelfeld mit goldenen und silbernen Lorbeerzweigen umrankt, darüber goldene, durchbrochene Krone mit blauen Steinen auf den Bügeln und blauem Reichsapfel, keine Mütze, Innenring rot. Im Mittelfeld ein schwarzer Adler mit goldenem Schnabel, Fängen und Krone, Zunge rot. In den Fängen zum einen ein Schwert mit goldenem Griff und silberner Klinge, zum anderen ein goldenes Blitzbündel. Keine Flammen. In den vier Ecken gekrönte goldene Namenszüge des Königs FR (Fridericus Rex). Darum links ein Palm- rechts ein Lorbeerzweig von Silber. Kleine Kronen wie große Krone. Stange gelb mit vergoldeter Spitze und silbernen Nägeln.

Kompagniefahnen:

Mittelfeld blau und silbern punktiert. Alles übrige wie bei der Leibfahne.

Erstes Bataillon Leibgarde ab 1740

Zeltfahne:

Tuch weiß, Nagelband und Nagelung vermutlich silbern, Mittelfeld blau, Devisenband blau mit weißer Inschrift "1 tes Bataillon Garde". Das Mittelfeld mit silbernen Lorbeerzweigen umrankt, darüber goldene, durchbrochene Krone mit weißen Steinen auf den Bügeln und goldenem Reichsapfel, keine Mütze, Innenring rot. Im Mittelfeld der goldene Namenszug des Königs FR (Fridericus Rex). In jeder Ecke je eine dem Mittelfeld zugewandt züngelnde silberne Flamme. Stange gelb mit vergoldeter Spitze und Nägeln. Höhe etwa 33-35cm, Länge ca. 40-46cm. Stangenlänge etwa 2,4m.

III. Fahnen des Ersten Garderegiments zu Fuß

Regimentsfahnen Beschreibung (nach Redlin)

Erstes Garderegiment zu Fuß 1808

I. Bataillon (Grenadiere)

Leibfahne (1. Fahne)

Tuch weiß, Mittelfeld silbern. Das Mittelfeld mit goldenen und silbernen Lorbeerzweigen umrankt, darüber silberne, durchbrochene Königskrone mit blauen Steinen auf den Bügeln und blauem Reichsapfel, keine Mütze, Innenring rot. Im Mittelfeld schwarzer Adler mit goldenem Schnabel, Fängen und Krone, Zunge rot. In den Fängen zum einen ein Schwert mit goldenem Griff und silberner Klinge, zum anderen ein goldenes Blitzbündel. Devisenband blau mit silberner Schrift „Pro Gloria Et Patria“. Über und unter dem Mittelfeld je eine, rechts und links ebenfalls je eine in Richtung des Mittelfeldes züngelnde silberne Flamme. Goldene Eckkränze mit gekröntem Namenszug FWR (Friedrich Wilhelm Rex), kleine Kronen analog der großen Krone. Nagelband weiß, Stange gelb, 2,75m lang, mit versilberter Spitze mit Namenszug und silbernen Nägeln.

Erstes Garderegiment zu Fuß 1808

II. Bataillon (Grenadiere)

3. Fahne[5]

Füsilierbataillon

4. Fahne

Tuch weiß, Mittelfeld orange. Das Mittelfeld mit goldenen und silbernen Lorbeerzweigen umrankt, darüber silberne, durchbrochene Königskrone mit blauen Steinen auf den Bügeln und blauem Reichsapfel, keine Mütze, Innenring rot. Im Mittelfeld schwarzer Adler mit goldenem Schnabel, Fängen und Krone, Zunge rot. In den Fängen zum einen ein Schwert mit goldenem Griff und silberner Klinge, zum anderen ein goldenes Blitzbündel. Devisenband blau mit silberner Schrift „Pro Gloria Et Patria“. Über und unter dem Mittelfeld je eine, rechts und links ebenfalls je eine in Richtung des Mittelfeldes züngelnde silberne Flamme. Goldene Eckkränze mit gekröntem Namenszug FWR (Friedrich Wilhelm Rex), kleine Kronen analog der großen Krone. Nagelband weiß, Stange gelb, 2,8m lang, mit versilberter Spitze mit Namenszug und silbernen Nägeln.

Erstes Garderegiment zu Fuß 1889

I. Bataillon (Grenadiere)

Leibfahne

Gesticktes weißes Tuch mit silbernen senkrechten Streifen, Nagelband und Nagelung silbern, silberner, zum Teil goldeingefaßter Rokokoschild, Devisenband silbern mit goldener Randeinfassung und goldener Schrift "Pro Gloria Et Patria". Das Mittelfeld mit goldenen und silbernen Lorbeerzweigen umrankt, darüber goldene, durchbrochene Krone mit blauen Steinen auf den Bügeln und blauem Reichsapfel, keine Mütze, Innenring rot. Im Mittelfeld ein schwarzer Adler mit goldenem Schnabel, Fängen und Krone, Zunge rot. In den Fängen zum einen ein Schwert mit goldenem Griff und silberner Klinge, zum anderen ein goldenes Blitzbündel. Keine Flammen. In den vier Ecken gekrönte goldene Namenszüge des Königs WR (Wilhelminus Rex). Darum links ein Palm- rechts ein Lorbeerzweig von Silber. Kleine Kronen wie große Krone. Stange gelb, 3,215m lang, mit vergoldeter Spitze mit dem Eisernen Kreuz von 1813.

Erstes Garderegiment zu Fuß 1894

IV. (Halb-)Bataillon

ab 1897 Leibkompagnie

Gesticktes weißes Tuch mit silbernen senkrechten Streifen, Nagelband und Nagelung silbern, silberner, silberneingefaßter Rokokoschild, Devisenband silbern mit goldener Randeinfassung und goldener Schrift "Pro Gloria Et Patria". Das Mittelfeld mit silbernen Lorbeerzweigen umrankt, darüber goldene, durchbrochene Krone mit blauen Steinen auf den Bügeln und blauem Reichsapfel, keine Mütze, Innenring rot. Im Mittelfeld ein schwarzer Adler mit goldenem Schnabel, Fängen und Krone, Zunge rot. In den Fängen zum einen ein Schwert mit goldenem Griff und silberner Klinge, zum anderen ein goldenes Blitzbündel. Keine Flammen. In den vier Ecken gekrönte goldene Namenszüge des Königs WR (Wilhelminus Rex). Darum links ein Palm- rechts ein Lorbeerzweig von Silber. Kleine Kronen wie große Krone. Stange gelb, 3,12m lang, mit vergoldeter Spitze mit Namenszug.

Erstes Garderegiment zu Fuß 1900

II. Bataillon (Grenadiere)

Gesticktes weißes Tuch mit silbernen senkrechten Streifen, Nagelband und Nagelung silbern, silberner, silberneingefaßter Rokokoschild, Devisenband silbern mit goldener Randeinfassung und goldener Schrift "Pro Gloria Et Patria". Das Mittelfeld mit silbernen Lorbeerzweigen umrankt, darüber goldene, durchbrochene Krone mit blauen Steinen auf den Bügeln und blauem Reichsapfel, keine Mütze, Innenring rot. Im Mittelfeld ein schwarzer Adler mit goldenem Schnabel, Fängen und Krone, Zunge rot. In den Fängen zum einen ein Schwert mit goldenem Griff und silberner Klinge, zum anderen ein goldenes Blitzbündel. Keine Flammen. In den vier Ecken gekrönte goldene Namenszüge des Königs WR (Wilhelminus Rex). Darum links ein Palm- rechts ein Lorbeerzweig von Silber. Kleine Kronen wie große Krone. Stange gelb, 3,085m lang, mit vergoldeter Spitze mit dem Eisernen Kreuz von 1813.

Erstes Garderegiment zu Fuß 1900

Füsilierbataillon

Gesticktes weißes Tuch mit silbernen senkrechten Streifen, Nagelband und Nagelung silbern, silberner, silberneingefaßter Rokokoschild, Devisenband silbern mit goldener Randeinfassung und goldener Schrift "Pro Gloria Et Patria". Das Mittelfeld mit silbernen Lorbeerzweigen umrankt, darüber goldene, durchbrochene Krone mit blauen Steinen auf den Bügeln und blauem Reichsapfel, keine Mütze, Innenring rot. Im Mittelfeld ein schwarzer Adler mit goldenem Schnabel, Fängen und Krone, Zunge rot. In den Fängen zum einen ein Schwert mit goldenem Griff und silberner Klinge, zum anderen ein goldenes Blitzbündel. Keine Flammen. In den vier Ecken gekrönte goldene Namenszüge des Königs WR (Wilhelminus Rex). Darum links ein Palm- rechts ein Lorbeerzweig von Silber. Kleine Kronen wie große Krone. Stange gelb, 3,085m lang, mit vergoldeter Spitze mit dem Eisernen Kreuz von 1870.

IV. Auszeichnungen der Fahnen des Ersten Garderegiments zu Fuß

Datum Auszeichnung
02.05.1815

Fahne des I. Bataillons (Grenadiere) wurde bei der Schlacht von Groß-Görschen zerschmettert, über der Bruchstelle silberner Ring mit der Aufschrift "Grosz Görschen 2. Mai 1813"

15.06.1815 I. und II. Bataillon (Grenadiere) erhielten goldene Fahnenspitzen mit dem Eisernen Kreuz von 1813. Alle drei Fahnen erhielten das Band zur Denkmünze zum Feldzug 1813/15.
01.12.1837 Alle drei Fahnen erhielten einen silbernen Ring mit der Truppenbezeichnung "I. Gd. R."
01.01.1867 Verleihung der Fahnenbänder mit Schwertern des Erinnerungs-Kreuzes für den Feldzug 1866 an die Fahnen der 3 Bataillone des Regimentes.
16.06.1871 Grenadierbataillone erhielten Fahnenbänder zum Eisernen Kreuz 1870, die Fahne des III. Bataillons (Füsiliere) erhielt das Eiserne Kreuz von 1870 zur Fahnenspitze verliehen. Alle drei Fahnen erhielten das Band zur Kriegsdenkmünze 1870/71.
13.06.1872 Fahnenring zur Fahne des I. Bataillons (Grenadiere) deren Fahnenstange im Ausfallgefecht bei Pont Iblon am 21.12.1870 durch Granatsplitter zersplittert war. Silberner Ring mit der Aufschrift: "Pont Iblon vor Paris den 21ten Dezember 1870."
31.08.1888 Verleihung des Fahnenbandes zur Erinnerung an die Kommandoführung Kaiser Wilhelms II. (20.10.1883-02.09.1885) an die Fahne des I. Bataillons (Grenadiere). Fahnenband von weißer Seide mit mohnrot. Ornamente und Agraffe silber, die Stickerei und Fransen golden. Inschrift: "Zur Erinnerung an die Kommandoführung Se. Majestät des Kaisers und Königs 1883/85."
27.01.1889 Verleihung von Säkular-Bändern mit Schleife an alle drei Fahnen, Übergabe am 09.02.1889. Das Säkularband bestand aus einem schwarzen Seidenband mit silbernen Kanten und Fransen. Auf dem oberen Band stand "Errichtet 1688", unten "F.III." mit Kurhut. Auf der Rückseite war das brandenburgische Wappen. Auf dem unteren Band  stand unten "W.II." mit Königskrone. Auf der Rückseite stand "1888". Die dazugehörende Säkularschleife war aus dem gleichen Band gefertigt und hatte links die Aufschrift "1688" und rechts "1888". Gehalten wurden Band und Schleife von einem silbernen Knopf mit eingeprägtem Preußischen Adler.
02.05.1889 Fahne I. Bataillon (Grenadiere) erneuert, silberner Fahnenring mit der Aufschrift "1. G.R. I. B.", silberner Fahnenring mit der Aufschrift: "Erneut unter König Wilhelm II. 1889."
17.10.1894 Fahne IV. (Halb-) Bataillon verliehen, silberner Fahnenring mit der Aufschrift "1. G. R. IV. B."
18.08.1895 Allen 4 Fahnen des Ersten Garderegiments zu Fuß der Hohe Orden vom Schwarzen Adler verliehen. Die Fahnen der ersten drei Bataillone erhielten überdies die Fahnenbänder mit den Spangen zur Kriegsdenkmünze 1870/71 - Gravelotte. - St. Privat. - Sedan. - Paris. - Le Bourget - verliehen.
18.01.1896 Verleihung eines silbernen Gedenkringes an das I. Bataillon (Grenadiere) mit der Aufschrift: "Zur Erinnerung an den 18. Januar 1896, dem Gedenktage der Wiederaufrichtung des Deutschen Reiches. an welchem S.M. Kaiser Wilhelm II. mit dieser Fahne in der Hand das Gelübde erneuerte, einzustehen für des Volkes und des Landes Ehre, sowohl nach Außen, wie nach Innen. Ein Reich! Ein Volk! Ein Gott!"
14.12.1899 Allen Fahnen des Regimentes "Jahrhundert-Fahnenbänder" verliehen. Diese bestanden aus dem Band des Hausordens der Hohenzollern, also einem silbernen Band mit drei schwarzen Streifen (am Rand und in der Mitte). An jedem Ende ein schwarz-silberner Quast. Auf den goldenen Spangen war zum einen vorne die Kaiserkrone und auf der Rückseite "1. Januar 1900" eingeprägt. Die andere Spange trug vorne "WII." mit Königskrone, auf der Rückseite "1. Januar 1900" und "1. August 1688".
06.05.1900 Verleihung eines silbernen Erinnerungs-Ringes an die Fahne des I. Bataillons (Grenadiere) mit goldener Inschrift: "Zur Erinnerung an die Eidesleistung Seiner Kaiserlichen Hoheit des Kronprinzen am 6. Mai 1900."
30.08.1900 Fahnen des II. Bataillons (Grenadiere) und des Füsilierbataillons erneuert. Die Truppenkennzeichnungen auf dem silbernen Fahnenring lautete "1. G.R. II. B." und "1. G.R. F.B."
15.06.1913 Verleihung des Königlichen Hausordens von Hohenzollern mit dem Kreuz der Großkomthure an alle 4 Fahnen. Weißes Band mit drei schwarzen Längsstreifen, auf dem die Kette mit silbernen Bändern am unteren Ende der Spitze befestigt, aufgenäht war. Das Kreuz ruhte auf einem zu einer Rosette gelegtem Ordensband. Verleihung "Leibspange" an alle 4 Fahnen. Sitz der Silbernen Spangen auf der Banderole über den Jahrhundertspangen.  Auf der ersten Spange stand "W II." mit der Königskrone, auf der 2. Spange "W II." mit Jahreszahlen "1888" und "15. Juni 1913"
07.06.1931 Verleihung eines silbernen Fahnenringes an die Fahne des I. Bataillons (Grenadiere) mit der Aufschrift: "Mit dieser Fahne in der Hand fiel am 23. August 1914 bei St. Gérard in Belgien der Fahnenträger des I. Bataillons Sergeant Paul Gehrke der 2. Kompanie."[6]
13.07.1934 Verleihung der Frontkämpferkreuze 1914/18 am Bande an alle 4 Fahnen. Das Band war schwarz-weiß/schwarz-weiß-rot längs gestreift. Am unteren Ende hingen die Ehrenkreuze.

 

 



 [1] Mit der "Leibfahne" wurde die alte Regimentsfahne bezeichnet. Jede Kompagnie hatte außerdem noch eine Kompagniefahne. Diese Masse an Fahnen in jedem Regiment wurden nach und nach reduziert, sodaß später nur noch jedes Bataillon je eine Fahne hatte. Das Erste Garderegiment zu Fuß bildete hier jedoch wieder einmal eine Ausnahme, indem die Leibkompagnie die Fahne des am 01.04.1897 aufgelösten IV. Bataillons erhielt.

 [2] Das Regiment Kurprinz Nr. 6 verlor während der Schlacht bei Malplaquet am 11.09.1709 insgesamt 7 Fahnen, darunter auch die Leibfahne. Der Verlust wurde im selben Jahr durch Neuverleihungen dieser Fahnen ausgeglichen.

 [3] Das Rote Leibbataillon (I. Bataillon) des Regiments Kurprinz Nr. 6 bekam diese ganz weiße Fahne bereits 1713 zum Regierungsantritt Friedrich Wilhelms I. verliehen.

[4] Es gab einen Kabinettsbeschluß, nach dem alle Ausrüstungs- und Bekleidungsstücke des Grenadiergarde-Bataillons Nr. 6 zum Andenken an Friedrich Wilhelm I. unverändert bleiben sollten. Daher sind auf diesen Fahnen die Chiffren FWR zu sehen und nicht FR zu sehen.

[5] Die 2. Fahne wurde am 22.06.1813 an das 2. Garderegiment zu Fuß abgegeben.

[6] Die Zeitschrift für Heereskunde (Nr. 32, August 1931) berichtet: "Nach dem Gefecht ernannte ihn der Rgts.-Kommandeur zum Sergeanten, wohl ein einzig dastehender Fall in der preußischen Armee. Wenigstens haben wir von Einjährig-Freiwilligen Sergeanten bisher noch nichts gehört." In der Gleichen Ausgabe steht weiter: "Der Fahnenhammer des Ersten Garde-Regiments zu Fuß trägt die Inschrift: »F. W. III. Alex. 1807«. Es ist ein Erinnerungsstück von großem historischen Wert. Er wurde 1861 von Graf Konrad Fick von Finckenstein (geb. 1820, gest. 1884) dem Offizierkorps des Ersten Garde-Regiments zu Fuß geschenkt."