2.2.       Biedermeier, russische Sänger und Brudermord 1815 - 1858

Offizier und Grenadier des Ersten Garderegiments zu Fuß nach 1829 mit Grenadiermütze, Archiv Seitenautor.

„Nun folgten lange Jahre des Friedens, die zunächst nur durch die inneren Unruhen von 1848 unterbrochen wurden. Die musterhafte Haltung des damals nach Berlin berufenen Regiments bildet ein leuchtendes Blatt in seinem Ruhmeskranz.“

aus der Regimentsgeschichte

Im Hintergrund hören Sie den 1837 komponierten Marsch aus Petersburg, AM II,113 in der damaligen Originalbesetzung. Mit freundlicher Genehmigung durch die DGfMM.

Die Sollstärke der preußischen Armee betrug nach dem Ende der Befreiungskriege wieder etwa 135.000 Mann. Diese Stärke blieb im wesentlichen unverändert bis zu den großen Heeres-Reformen des Jahres 1860. Das Regiment verblieb überwiegend in Potsdam und Berlin und erfüllte dort seinen meist repräsentativen Dienst bei den Schlössern des Hauses Hohenzollern.

Erstes Garderegiment zu Fuß 1815, nach Thümen.

Noch 1816 bestand in der Berliner und Potsdamer Garnison keinerlei Uniformität. Es sollten sogar laut einer A.K.O. vom 27.04.1816 "...die Regimenter die Monate Mai, Juni und August in ihren Standquartieren zu ihrer inneren Ausbildung benutzen, und zwar hauptsächlich: zur Instandsetzung und Egalisierung der Waffen, Montierungen, des Sattelzeuges und der Feldgeräte nach den darüber vorhandenen Vorschriften...". Wahrscheinlich noch bis in die 20er Jahre des 19. Jahrhunderts dauerte der Restrukturierungsprozeß der arg mitgenommenen Preußischen Armee.

Am 01.02.1816 trat die in Spandau stehende Garde-Garnison-Kompagnie unter ihrem inzwischen zum Major beförderten Chef von Rekowski aus dem Verband des Ersten Garderegiments zu Fuß aus. Sie wurde nun dem Garde-Garnison-Bataillon beigeordnet. Die Kompagnie bleib aber nach wie vor in Spandau stationiert. Von Rekowski wurde als Oberstlieutenant dem Garde-Invaliden-Bataillon aggregiert.

Am 09.02.1816 erhielten alle preußischen Offiziere Epauletten, die hier ein rotes Unterfutter, Silbertressen, silbernen Halbmond und ein weißes Feld hatten.

Wahrscheinlich mit der Einführung des Infanterie-Offiziers-Degens (IOD) in seiner Form von 1816[1] wurde beim Ersten Garderegiment zu Fuß ein spezieller Degen eingeführt, den die Grenadier-Offiziere dieses Regiments bis zur Einführung des Einheits-IOD Modell 1889 führten. Er war im Wesentlichen identisch mit dem Modell der übrigen Regimenter, nur daß es den Gardeoffizieren freigestellt war, am Griff den emaillierten Gardestern in verkleinerter Form zu tragen. Von den anderen Garderegimentern unterschied sich dieser Degen jedoch noch zusätzlich in der leicht kronenförmigen Laterne am Griff-Ende. Die Scheide bestand nach wie vor aus naturfarbenem Ledser mit Messingbeschlägen. Erst nach A.K.O. vom 16.03.1816 wurde das Leder der Scheide geschwärzt. Die Füsilier-Offiziere trugen weiterhin den gekrümmten Füsilier-Säbel in Stahlscheide.

IOD M1816 für Offiziere und seit 1822 auch Unteroffiziere der Grenadierbataillone des Ersten Garderegiments zu Fuß, Archiv Seitenautor und Krickel/Lange

1817 baute das Regiment im Katharinenholz, neben den schon für die Füsiliere vorhandenen, auch Schießstände für die Grenadier-Bataillone. Der Marsch durch Potsdam nach Bornstedt führte an den "Vogelköpfen" an der Chausseegabel am Ruinenberg vorbei und es war unter den Soldaten ein Aberglaube, daß derjenige, der die Vogelköpfe ansah, vorbeischoß.

Rock und Schoß der Montierung waren bis zum 04.04.1817 mit weißem bzw. rotem Tuch gefüttert, dann wie bei der Linie mit Boy.

"Die Fausthandschuhe blieben zwar fort und fort in der ursprünglich 1808 bestimmten Form, ihre Beschaffung wurde aber von 1818 ab auf die, von den Truppen bei dem Mäntel-, Hosen- und Jacken-Material zu machenden Ersparnisse angewiesen und wurden keine besonderen Kosten mehr für die Fausthandschuhe erstattet. Vom Jahre 1818 ab wurden die Strumpfsocken nicht mehr verabreicht." (aus der Regimentsgeschichte)

Am 28.04.1818 wurde mit A.K.O. die Farbenzusammenstellung der Kompagnietroddel noch einmal geändert. Die Erste (hier Leibkompagnie genannt) behielt zwar das traditionelle weiß und die Unteroffiziere ihre schwarz-weißen Troddeln, jedoch die übrigen Kompagnien hatten nun andere Farbenkombinationen. Die Flügelgrenadierkompagnien wurden den Bataillonen einverleibt und waren daher nicht mehr separat gekennzeichnet. Die Änderung bei der Garde geschah analog zur übrigen Preußischen Armee. Diese neuen Farben hatten nun bis 1945 Bestand.

Troddel der Fußtruppen ab 1818

Nach dem Krieg wurde die Ausrüstung und Bewaffnung bei der Preußischen Armee zunächst unverändert weiter benutzt. Die Truppen wurden lediglich nach und nach der festgelegten Tragezeit der einzelnen Stücke folgend neu ausgestattet. Desweiteren wurden fehlende und verschlissene Stücke ersetzt. "Wie schon oben gesagt, erst während des Jahres 1816 wurde Seitens des Regiments zu einer vollständigen Egalisirung der Gefäße geschritten, wo es aber bei den Klingen, wenn nicht eine zu auffallende Verschiedenheit der Länge oder Breite stattfand, beim Alten bleiben mußte. Bis zum Monat Mai 1817 waren die Scheiden der Säbel bei den Unterofficieren und Mannschaften durchgehends von der lederartig, natürlichen gelbbraunen Farbe, in genanntem Jahre aber mußten dieselben schwarz gewichst oder lackirt werden." Die Regimentsgeschichte schreibt weiterhin zum Erhalt einer neunen Garnitur neupreußischer Gewehre: "Im Jahre 1818 erhielt das Regiment eine aushülfe von 600 dergleichen neuer (neupreußischer Gewehre) aus der Potsdamer Fabrik, um aus den älteren eine gleiche Anzahl zu Exercirgewehren auszurangieren."

Das seit 1816 bestehende Garde-Garnison-Bataillon wurde am 12.02.1820 aufgelöst und die aus dem Ersten Garderegiment zu Fuß hervorgegangenen Leute wurden wieder in einer Kompagnie zusammengefaßt, welche den Namen "Ersten Garde-Regiments zu Fuß Garnison-Compagnie" erhielt und zwar in Spandau verblieb, jedoch nun wieder direkt dem Regiment unterstellt war. Ihr Chef wurde Capitain von Winskowski.

Im Jahre 1820 strengten die Erben Friedrich Wilhelms von Rohdich einen Prozeß mit dem Ziel der Übertragung des Hauses am Pariser Platz Nr. 3 (aus dessen Mieteinkünften nach dem Willen Friedrich Wilhelms von Rohdich die Kinder des Bataillons Grenadiergarde Nr. 6 unterstützt werden sollten) an, der jedoch in allen Instanzen zu Gunsten des Ersten Garderegiments zu Fuß abgewiesen wurde. Die Gerichte erkannten damit rechtsgültig an, daß das Bataillon Grenadiergarde Nr. 6 in dem Ersten Garderegiment zu Fuß fortbestand.

"Seit November 1820 ist es auch nachgegeben, daß die Unterofficiere den Winter über bis April zu allen gewöhnlichen Dienstverrichtungen: als Rekruten-Exercieren, Paroledienst, du jour etc. in Mänteln erscheinen dürfen, wozu dieser Charge 6jährig ein dergl. Mantel extraordinair verabreicht wird." (aus der Regimentsgeschichte)

Mit A.K.O. vom 21.02.1821 (bei der Linie erst am 12.03.1821)  wurden so genannte „Dienstjacken“ anstelle des alten Unterkamisols eingeführt. Diese blauen und schoßlosen Jacken hatten eine Reihe silberfarbener Knöpfe. Die Achselklappe war von Grundtuch und zeigte einen Vorstoß in Farbe der Achselklappe des Waffenrocks, also beim Ersten Garderegiment zu Fuß weiß. Der Kragen, der ebenfalls von blauem Grundtuch war, zeigte bei der Garde je eine Litze auf einer schmalen roten Patte. Er wurde mit Haken geschlossen. Der Vorstoß des Ärmelaufschlags war bei der Garde rot. Für Unteroffiziere erhielt die Jacke ringsherum laufende Schöße mit 2 Knöpfen in der Taille. Desweiteren hatte der Rock der Unteroffiziere am Ende der Patte auf der Litze je einen Knopf.

Über die Beschaffung von Halbschuhen beim Ersten Garderegiment zu Fuß schreibt die Regimentsgeschichte: "Während späterer Zeit hat man es durch Ersparnisse die der seit 1821 stattfindenden Selbstbewirthschaftung des kleinen Oeconomiefonds möglich zu machen gesucht, ohne den Königlichen Etat zu überschreiten, den Unterofficieren und Mannschaften statt der Schuhe noch ein zweites Paar Halbstiefeln zu verabreichen."

Die dem 1ten Garde-Regiment zu Fuß attachirten Russischen Sänger. 1815. Nach Thümen.

Eine Kuriosität besonderer Art waren die „russischen Sänger“ des Regimentes[2]. Bereits im Jahre 1812 waren 62 russische Soldaten in Kurland in die Hände der (noch) mit Frankreich verbündeten Preußen geraten. Im Oktober des selben Jahres waren jedoch aus Feinden Freunde geworden und so wurden alle 62 dem neu entstandenen I. Bataillon (Grenadiere) des Garderegiments zu Fuß attachiert und zogen mit diesem bis nach Paris. Als Bekleidung erhielten sie die normale Montur des Regimentes jedoch mit gelben Litzen und Knöpfen, die Schulterklappen waren rot, das Lederzeug zunächst weiß. Die Unteroffiziere hatten goldene Tressen. 1813 wurden 41 Mann einem neu aus ehemaligen russischen Gefangenen formierten Regiment in Breslau zugeteilt. Die verbliebenen 21 Mann wurden nun der Leib-Kompagnie als Sängerkorps attachiert, wobei das Lederzeug nun schwarz wurde. Ihre Aufgabe war es, bei Festlichkeiten, im Lager usw. das Offizierskorps und dessen Gäste durch Vorträge zu unterhalten. Während eines Aufenthaltes in Frankfurt am Main im Jahre 1814 bekamen die Sänger die vollständige Uniform des 1. Garderegiments zu Fuß, nur Knöpfe und Tressen blieben gelb. Als nun am 15.11.1815 das russische Grenadier-Regiment König Friedrich Wilhelm III. durch Berlin zog, wurden von diesem Regiment 7 Grenadiere abgestellt. Die Uniformierung wurde nun vollends sonderbar, denn diese 7 behielten ihre russische Uniform bei und machten sogar noch die Änderungen der russischen Armee mit! So trugen diese also grüne Röcke mit roten Aufschlägen, grüne Patten, gelbe Schulterklappen mit dem Namenszug des Königs, weiße Hosen. 1827 bekamen sie analog zur russischen Armee einen neuen Rock mit nur einer Reihe gelber Knöpfe, darauf eine Granate und die Nummer 2, für den Winter grüne Tuchhosen. 1829 bekamen alle 29 Sänger einheitlich einen grünen Überrock mit roten Kragen, Aufschlägen und Patten. Vorn herunter ein roter Vorstoß und eine Reihe von 6 gelben Knöpfen, wobei jene vormals russisch uniformierten ihre alten Knöpfe mit der Granate und der Nummer 2 weiter verwandten. Die Achselklappen waren für sie gelb, für die vormals preußisch gekleideten rot, beide aber mit dem königlichen Namenszug und einer Krone. Der Feldwebel bekam eine breite goldenen Tresse, die Unteroffiziere die normalen goldenen Tressen. Neben dem Überrock gab es auch noch eine Dienstjacke. Diese war ganz grün mit rotem Vorstoß um Kragen, Aufschlag, vorn und unten herum, sowie um den Schoß der Unteroffiziere. Achselklappen und Knöpfe wie am Überrock. Als Kopfbedeckung wurde eine grüne Schirmmütze mit rotem Besatz und Deckelvorstoß getragen.

Am 15.03.1822 starb der Chef der "Ersten Garde-Regiments zu Fuß Garnison-Compagnie", Capitain von Winskowski. Nun wurde am 25.03.1822 Premierlieutenant von Kracht als Capitain ihr neuer Chef und behielt sie auch bis zu ihrer Auflösung.

Mit der A.K.O. vom 18.06.1822 trugen nun auch die Feldwebel die Seitenwaffen der Offiziere, jedoch am Lederkoppel der Unteroffiziere und Mannschaften.

"Säbelkoppel und Patrontaschen-Bandeliere besaß das Regiment seit December 1822 zwei vollständige Garnituren, wovon die ältere zum Theil noch von 1807 bis 1813 herrührte, 1814 in Paris bedeutend ergänzt wurde, aber sehr unegal in seiner Breite, wie auch sehr abgetragen war; daher beschaffte das Regiment eine vollständige neue Garnitur im December 1822 in egaler Breite, das Koppel gegen 2¼, das Taschenbandelier gegen 2¾ Zoll breit." (aus der Regimentsgeschichte)

Ein weiteres Indiz für die enge Verbundenheit der preußischen und der russischen Armee war die in Erinnerung an die alten Vorgängerregimenter am 30.03.1824 per A.K.O. an das II. Bataillon (Grenadiere) verliehenen Grenadiermützen nach russischem Vorbild[3]. In der von König Friedrich Wilhelm III. erlassenen A.K.O. hieß es dazu:

"Als nach dem Ableben des Königs Friedrichs II. Majestät die bis dahin gebräuchlichen Grenadiermützen in der ganzen Armee abgeschafft wurden, fand in Ansehung des damaligen Grenadier-Garde-Bataillons eine Ausnahme statt, indem dieses Bataillon jene Kopfbedeckung beibehielt und sie bis zum verhängnisvollen Jahre 1806 getragen hat, obgleich sie in der letzten Zeit nur noch an Sonntagsparaden gebräuchlich war. Diese Ausnahme hinsichtlich des genannten Bataillons hatte zum Grunde, daß der älteren glorreichen Periode des Heeres und besonders der Großthaten Friedrichs II. zum ehrenvollen Andenken, jene eigenthümliche Tracht, die in der damaligen Zeit von der Elite der Armee und öfters zum Schrecken der Feinde getragen worden war, nicht gänzlich in Vergessenheit übergehen sollte. Da nun solches Erinnerungszeichen stets seinen Werth behält, so habe ich beschlossen, einem der Garde-Bataillons, und zwar dem zweiten des 1. Garderegiments zu Fuß, jene ältere Art von Grenadiermützen in der Art wieder zu ertheilen, daß dieses Bataillon sie in Potsdam an Sonntagsparaden, jedoch nur alsdann, tragen soll, wenn es allein und nicht zugleich mit dem I. Bataillon in Parade erscheint. Bei allen übrigen Veranlassungen trägt das Bataillon wie bisher Czakots und Dienstmützen, sowie auch Offiziere und Spielleute in allen Fällen dieselben beibehalten."

Daß das II. Bataillon (Grenadiere) mit den Grenadiermützen ausgezeichnet wurde, beruhte wahrscheinlich auf einem Irrtum. Denn eigentlich waren sämtliche Ranzonierte des Grenadiergarde-Bataillons Nr. 6 in die 2. Kompagnie des 1807 neu aufgestellten Regiments Garde zu Fuß eingestellt wurden. Mit den Abgaben der Leibkompagnie zusammen wurden dann die Kompagnien 3 und 4 gebildet. Daher hätte eigentlich das I. Bataillon (Grenadiere) diese Mützen verdient gehabt. Nach der ersten Parade mit den neuen Grenadiermützen wurden sie denn auch am 10.08.1824 per A.K.O. an das I. Bataillon (Grenadiere) verliehen.

Grenadier des Ersten Garderegiments zu Fuß im Paradeanzug 1825, Archiv Seitenautor.

Ursprünglich als Paradekopfbedeckung für Unteroffiziere und Mannschaften vorgesehen, wurden ab 1826 auch die unberittenen Offiziere bis einschließlich Kapitäne (= alte Bezeichnung für Hauptleute = Kompagniechefs, die damals auch noch nicht beritten waren) mit in die Verleihung einbezogen. Dies stand jedoch im Gegensatz zur altpreußischen Tradition, wonach die Offiziere immer nur den Hut und nie die Grenadiermütze getragen hatten.

Die Grenadiermützen wurde nur zu genau festgelegten „großen“ Paraden und solchen mit besonderen Anlässen angelegt und bestanden aus einem Messingblech, welches blau gefüttert war und bei Mannschaften den aufgeprägten Stern vom schwarzen Adler-Orden (Gardestern) und eine aufgeprägte Krone trug. Bei unberittenen Offizieren waren Krone und Stern versilbert und letzterer natürlich in der Mitte emailliert. Außerdem war das Frontblech vergoldet. Beide trugen einen Kopfteil aus weißem Tuch, auf dem drei Messinggranaten angebracht waren, deren seitliche zur Befestigung der messingnen, convexen Schuppenketten dienten und einen roten mit weißen Borten (bei Offizieren mit silberner Epaulettentresse) besetzten Beutel. Die Nationale bestand für Mannschaften aus schwarz-weißer Wolle und für Offiziere (ab 1847 auch für Unteroffiziere) aus Silbergespinst mit schwarzer Füllung. Bei der großen Parade am 30.03.1826 trugen erstmals beide Grenadierbataillone und deren unberittene Offiziere die Grenadiermützen. Danach wurde eine Verfügung erlassen, wonach berittene Offiziere, Hoboisten und Spielleute die Mütze nicht trugen, sondern den Tschako, später die Pickelhaube.

Grenadiermütze M1826 der Offiziere des I. /II. Bataillons des Ersten Garderegiments zu Fuß, Privatarchiv.

Im Februar 1826 wurden den Füsilier-Offizieren befohlen die bisherigen Säbel-Scheiden aus poliertem Stahl gegen die vorschriftsmäßigen schwarzledernen mit Messingbeschlägen auszutauschen.

Um ein bleibendes Denkmal der Erinnerung an die Freundschaft mit Zar Alexander I. zu stiften, befahl König Friedrich Wilhelm III. durch A.K.O. vom 10.04.1826 die Gründung der russischen Kolonie "Alexandrowka" bei Potsdam und verlieh jedem der noch vorhandenen 12 russischen Sänger ein Gehöft mit Nutzungsrecht als Eigentum. Ein weiteres Gehöft bekamen ein Feldwebel des Ersten Garderegiments zu Fuß als Aufseher, sowie der Küster der zur Kolonie gehörenden orthodoxen Kapelle. Diese im russischen Holzhaus-Stil erbaute Siedlung hat im Wesentlichen die Zeiten bis zum heutigen Tage überdauert.

Ein Gebäude der Siedlung Alexandrowka heute

1828 ging der bisherige Stabshoboist Carl Josef Krause in Pension. Zu seinem Nachfolger wurde auf besondere Empfehlung der 1817 als Hoboist beim 31. Infanterieregiment in Erfurt eingetretene Carl Engelhardt ausersehen. Er blieb auf diesem Posten bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1857. Während seiner Dienstzeit erschuf er zahlreiche Kompositionen und Arrangements für Militärmusik. Von seinen Marschkompositionen wurden vier in die Sammlung der Preußischen Armeemärsche aufgenommen.

Die dem 1ten Garde-Regiment zu Fuß attachirten Russischen Sänger. 1827.  Nach Thümen.

Durch A.K.O. vom 19.09.1828 befahl der König, daß die Verwaltung des von Rohdich´schen Legatenhauses künftig durch folgende Personen geführt werden sollte:

1. den Kommandanten von Berlin

2. den Kommandeur des Ersten Garderegiments zu Fuß

3. den Garnison-Verwaltungs-Direktor von Berlin

Die Kontrolle über die stiftungsmäßige Verwendung der Gelder wurde dem kommandierenden General des Gardecorps übertragen.

Am 09.06.1829 wurde den Offizieren des Ersten Garderegiments zu Fuß statt des weißen Tuchfeldes der Epauletten ein solches aus gemustertem Silberstoff befohlen. "Im Juli 1819, bei Anwesenheit Sr. Majestät des Kaisers von Rußland in Potsdam, erhielten diem Officiere diesseitigen Regiments und die des Regiments der Garde du Corps in ihren Epauletten statt der bisherigen weißtuchenen Blätter (Patten) dergleichen von Silber, wie auch nach einem Befehl vom 7. März 1830 die Gradabzeichen auf denselben in folgender Art eingeführt wurden und zwar unter Beibehalt der bisherigen Form. Die Blätter der Epauletts aller Grade wurden ringsherum mit einer silbernen, ungefähr ½ Zoll breiten Tresse besetzt, als Rangabzeichen aber erhielt der Premierlieutenant und Oberstlieutenant, wie auch Generallieutenant in der Mitte des Halbmondes einen kleinen viereckigen goldenen Stern eingesetzt, der Capitain, Oberst und General der Infanterie oder Cavallerier 2 dergl. Sterne, der Feldmarschall 2 gekreuzte Commandostäbe, wogegen die Secondelieutenants, Majors und Generalmajors keine Stern in den Epauletts erhielten." (aus der Regimentsgeschichte)

"Im Juli 1829 verliehen Se. Majestät der König dem ganzen Regiment eine vollständige Garnitur neuer Gewehre und überließ demselben gleichzeitig die gehabte volle Garnitur als 2. unter Benennung »Exercir-Gewehre«, wogegen die als solche seit 11 Jahren in Besitz gehabten 600 dem Artillerie-Depot abgeliefert werden mußten. Es war also das Regiment vom Juli 1829 ab im Besitz zweier vollständiger Garnituren mit Feuerschloß, von denen die neue aber nur beim Schießen nach der Scheibe und am Musterungstage in Gebrauch genommen, die übrige Zeit auf den Kammern aufbewahrt blieb. Die Unterofficiere waren immer noch in Besitz ihrer früheren Bajonett-Büchsen, doch aber waren diese während Verlauf der letzten Jahre zeitgemäß verbessert in der Art, daß selbige ohne Ausnahme als kriegsbrauchbare Waffen erschienen." (aus der Regimentsgeschichte)

Erstes und zweites Bataillon des 1ten Garde-Regiments zu Fuß. 1829.  Nach Thümen.

"Bei den leinenen Hosen traten 1831 wieder Veränderungen ein, daß die Stiefelettenhosen zwar nach wie vor zum Paradeanzug bis auf Weiteres bleiben, doch aber neben denselben jeder Unterofficier und Gemeine auch ein Paar weißleinene Pantalons von diesem Frühjahr ab, verabreicht erhalten sollten, um solche beim Garnisondienst, Exercieren und Manövern etc. tragen zu können." (aus der Regimentsgeschichte)

1832 wurden bei allen "regimentirten" Offizieren die roten Tuchstreifen an den Hosen abgeschafft. Die roten Biesen in der Nat blieben. Die roten Tuchstreifen trugen fortan nur noch Generale und Adjutanten.

Offizier des Ersten Garderegiments zu Fuß um 1830, Archiv Seitenautor.

"Seit Herbst 1833 haben die Mäntel der Unterofficiere und Gemeinen in der Art die Halskragen in der Tuchfarbe gewechselt erhalten, daß derselbe, welcher bis dahin ganz roth gewesen, von nun an bei den Unterofficieren blau- und den Gemeinen graumelirt, wie der Mantel selbst, wurde, bei beiden Chargen aber an der Vorderseite mit einer 1½ Zoll breiten und 3 Zoll langen rothen Tuchpatte besetzt wurde, auf deren Hinterende ein Knopf angebracht ist." (aus der Regimentsgeschichte)

Im Herbst 1834 erhielt zu diesen Jacken das Erste Garderegiment zu Fuß zur Probe ringsherum laufende Schöße zum Anhaken, darüber einen weißen Leinengürtel. Mit diesem „Zusatzequipment“ sollte die Jacke laut A.K.O. vom 26.10.1834 zu jedem Garnisondienst außer Sonntags, Paraden und Besichtigungen getragen werden. Hinten hatte der geteilte Schoß zwei Knöpfe, die nach außen durch die Jacke geknöpft wurden. Eingeführt wurde dieser Schoß nicht, die Garde bekam vielmehr am 06.04.1835 solche, wie die Unteroffiziere zum Anhaken und Durchknöpfen. Diese Schöße waren nicht umlaufend, sondern sahen vielmehr wie die Frackschöße der normalen Uniform aus, also vorne offen und nach unten hin spitz zulaufend. Die Dienstjacke blieb in Gebrauch bis zur Einführung des neuen Waffenrockes 1842.

Die dem 1ten Garde-Regiment zu Fuß attachirten Russischen Sänger. 1830.  Nach Thümen.

"Im Jahre 1835 erhielt das Füsilier-Bataillon des Regiments von den in den Königl. Fabriken angefertigten neuen Gewehren mit Percussionsschlössern eine vollständige Garnitur, um während der nächsten Zeit mit denselben viele, dem Ernstgebrauch anzupassende Versuche, besonders bei ungünstiger Witterung anzustellen. - Das Füsilier-Bataillon hatte nun die Percussionsgewehre auch bei allen Dienstverrichtungen außer den ununterbrochen fortdauernden Versuchsschießen in Gebrauch." (aus der Regimentsgeschichte)

"1836 kamen die Stiefelhosen ganz ab und es traten wieder bei allen dienstlichen Anzügen die Pantalons an deren Stelle und zwar bei Paraden angestrippt, bei jedem gewöhnlichen Dienst ohne Strippen, und galt dieses auch für die Officiere, d. h. für die, welche in Reihe und Glied stehen, indem die zu Pferde erscheinenden stets Tuchhosen tragen. Auch bei den Czakots trat 1836 in der Art eine Veränderung ein, daß dieselben zwar nach wie vor in Filz geliefert, dieser aber nun mit schwarzem Tuch glatt überzogen und auf diesem erst der früher übliche Lederbesatz angebracht wurde. - Bei den Cordons fiel die seit 1814 an der Vorderseite des Czakots herum gelegene 1½ Zoll breite Kette fort, wogegen die Cordonschnur einfach auch an die bisherigen Behänge mit Spiegel und Quasten, jedoch kürzer wie bisher, beibehalten wurden, indem solche, nämlich der rechtseitige, nicht mehr an die Montirungsknöpfe angehängt, sondern frei herunter hing, mit der untersten Eichel der Schulter gleich; der Puschel auf der linken Seite des Czakots aber nur mit dem Unterende desselben egal lang bestehen blieb." (aus der Regimentsgeschichte)

Alle drei Fahnen des Regimentes erhielten am 01.12.1837 einen silbernen Ring mit der Truppenbezeichnung "I. Gd. R."

Am 04.03.1838 wurde die "Ersten Garde-Regiments zu Fuß Garnison-Compagnie", die bislang unter dem Capitain von Kracht in Spandau gestanden hatte, aufgelöst. "An diesem Tage traten die noch dienstfähigen Unterofficiere und Mannschaften zu dem neu errichteten combinirten Garde-Reserve-Bataillon in Spandau, die wirklichen Halbinvaliden vom Regiment aber zu der ebefalls neu errichteten Halbinvaliden-Section der 3 Bataillone des Regiments, deren Etat auf 8 Unterofficiere und Gemeine festgesetzt wurde. Die Ganzinvaliden wurden mit dem vorgeschriebenen Gnadengehalt entlassen. Die Uniform der Halbinvaliden-Section bestand in einer mit Wachsleinwand überzogenen Mütze, 1 Litze auf der rothen Patte des blauen Kragens, blauen Aufschlägen, Altpreußischem Säbel mit weißem Koppel, ohne Gewehre." (aus der Regimentsgeschichte)

"Eine preußische Parade", Gemälde von Franz Krüger 1839, Stiftung Preußische Schlösser und Gärten.

Friedrich Wilhelm III. (03.08.1770 - 07.06.1840)  starb im Juni 1840, sein Sohn Friedrich Wilhelm IV. (15.10.1795 - 02.01.1861) folgte ihm auf den Thron der Hohenzollern. Auch dieser Herrscher hatte mit dem Militär eher wenig im Sinn. Doch wieder viel in die Regentschaft eines solchen Preußenkönigs eine bahnbrechende Neuerung: Die Einführung des Waffenrocks und der Pickelhaube im Jahre 1842.

Rangliste des Ersten Garderegiments zu Fuß pro April 1840

 

Quelle: Reinhard, Carl von: Geschichte des Königlich Preußischen  Ersten Garde-Regiments zu Fuß 1740-1857, Potsdam 1858, August Stein

 

Chef: Se. Majestät der König.

1) Oberst und Regiments-Commandeur Franz Carl von Werder,

2) Major und Commandeur des 2. Bataillons Eduard Graf von Waldersee I,

3) Major und Commandeur des 1. Bataillons Carl Eberhardt Herwarth von Bittenfeld,

4) Major und Commandeur des Füsilierbataillons Friedrich Gustav Graf von Waldersee II,

5) Major Ferdinand von Kleist.

 

1) Capitain Louis Graf von Roedern,

2) Capitain August von Gayl,

3) Capitain Carl Albert Graf von Blumenthal,

4) Capitain Heinrich Freiherr von Buddenbrock,

5) Capitain Ferdinand von Kropff,

6) Capitain Alfred von Bojanowski,

7) Capitain Wilhelm von Studnitz,

8) Capitain Wolf Ludwig von Schlegell,

9) Capitain Franz George von Knorr,

10) Capitain Carl von der Lochau,

11) Capitain Carl Adolph von Randow,

12) Capitain Friedrich Georg von Mellentin,

 

1) Premierlieutenant Adolph Heinrich von Zastrow,

2) Premierlieutenant Carl Ferdinand von Pritzelwitz,

3) Premierlieutenant Gustav von der Gröben I,

4) Premierlieutenant Wilhelm von Natzmer I,

5) Premierlieutenant Bogislav von Puttkammer I,

6) Premierlieutenant und Adjutant des 2. Bataillons Otto von Lützow,

7) Premierlieutenant Wilhelm von Jagow,

8) Premierlieutenant Albert von Ledebur,

9) Premierlieutenant Carl von Salisch,

10) Premierlieutenant Emil von Kessel I,

11) Premierlieutenant Albert von Diezelski,

12) Premierlieutenant manquirt,

 

1) Secondelieutenant Adolph Perrinet von Thauvenay,

2) Secondelieutenant Alphons von Gagern,

3) Secondelieutenant Alfred von Alvensleben I,

4) Secondelieutenant und Regiments-Adjutant Carl Graf von der Goltz,

5) Secondelieutenant Alphons von Bojanowski,

6) Secondelieutenant August von Werder,

7) Secondelieutenant Carl Graf Finck von Finckenstein I,

8) Secondelieutenant Hasso von Wedell,

9) Secondelieutenant Carl von Alvensleben II,

10) Secondelieutenant Herrmann von Voß,

11) Secondelieutenant Maximilian von Schlegell,

12) Secondelieutenant Alfred Freiherr von Bergh,

13) Secondelieutenant Leo Wilhelm von dem Knesebeck,

14) Secondelieutenant Friedrich Wilhelm Freiherr Hiller von Gärtringen,

15) Secondelieutenant Friedrich Sylvius von Malachowski I,

16) Secondelieutenant und Adjutant des Füsilierbataillons Bernhard Wilhelm von der Gröben II,

17) Secondelieutenant Gustav von Kessel II,

18) Secondelieutenant Friedrich Wilhelm Freiherr von Wrangel,

19) Secondelieutenant Emil Graf von Hacke II,

20) Secondelieutenant Gustav Ernst von Fabeck,

21) Secondelieutenant Max von Witzleben I,

22) Secondelieutenant Benno Feodor von Stülpnagel,

23) Secondelieutenant Ferdinand Theodor Wilhelm von Natzmer II,

24) Secondelieutenant Friedrich Leberecht von Bülow,

25) Secondelieutenant und Adjutant des 1. Bataillons Albert von Neumann,

26) Secondelieutenant Otto Philipp von der Osten I,

27) Secondelieutenant Christoph Adolph von Houwald,

28) Secondelieutenant Ludwig von Auer,

29) Secondelieutenant Hermann von der Marwitz,

      Secondelieutenant Friedrich Carl Prinz von Preußen,

30) Secondelieutenant Ernst Eugen Amand von Ruville,

31) Secondelieutenant Gustav von Schimmelmann,

32) Secondelieutenant Wilhelm von Otterstedt,

33) Secondelieutenant Curt von der Osten II,

34) Secondelieutenant Bernhard Heinrich von Kessel III,

35) Secondelieutenant Ferdinand von Staff,

36) Secondelieutenant Leopold Freiherr von Loën,

37) Secondelieutenant Hermann von Plötz,

38) Secondelieutenant Eckard von Schmelimg,

39) Secondelieutenant Hugo von Block,

40) Secondelieutenant manquirt.

 

Ueber den Etat.

41) Secondelieutenant Ludwig Hermann von Welck,

42) Secondelieutenant Otto Friedrich von Erxleben,

43) Secondelieutenant Berthold von Witzleben II,

44) Secondelieutenant Alexander Wolfgang Freiherr von Rotkirch-Trach,

45) Secondelieutenant Ferdinand von Malachowski II,

46) Secondelieutenant Albert von Puttkammer II,

47) Secondelieutenant Adolph Graf von Götzen,

48) Secondelieutenant Victor Friedrich Wilhelm Joseph Dietrich von Roeder II.

 

Portepee-Fähnriche.

1) Werner Gustav von der Schulenburg,

2) Gustav von Schickfuß,

3) bis 12) manquiren.

 

Aggregirt.

1) Oberst Carl Friedrich von Wichert,

2) Oberstlieutenant George von Gayl,

3) Major Carl Adolph von Massenbach,

4) Major Carl Philipp Graf von Schlieffen,

 

1) Capitain Wilhelm Graf von Schlippenbach,

2) Capitain Gustav Graf von der Schulenburg-Altenhausen,

3) Capitain Otto Eduard von Unruh,

4) Capitain Alexander Graf von Keller,

 

1) Premierlieutenant Albert Graf von Hacke I,

2) Premierlieutenant Heinrich von Roeder I,

 

1) Secondelieutenant Heinrich Ludwig von Holleben,

2) Secondelieutenant Friedrich Gustav Freiherr von der Reck,

3) Secondelieutenant Conrad Graf Finck von Finckenstein II,

4) Secondelieutenant Carl von Brauchitsch.

 

Unterstab.

1) Regimentsarzt Dr. Carl August Knispel,

2) Regimentssarzt Dr. Carl Kuhn.

 

1) Secondelieutenant und Rechnungsführer Johann Hoffschild,

2) Secondelieutenant und Rechnungsführer Franz Heinze,

3) Secondelieutenant und Rechnungsführer Johann Borchert,

4) Feldwebel und Rechnungsführer Severin Braun.

Seit 1826 wurden im preußischen Heer Versuche mit der Perkussionszündung angestellt, die sich bis 1835 erstreckten. Bei  Füsilierbataillon des 1. Garderegiments zu Fuß wurden dabei insgesamt etwa 800.000 Schuß abgegeben. Parallel dazu liefen jedoch auch schon Versuche in der Gewehrfabrik des bis dahin völlig unbekannten Sömmerdaer Fabrikanten Nicolaus August Dreyse (20.11.1787 - 09.12.1867) mit einem vollkommen neuartigen Gewehr: Dem Zündnadelgewehr mit Hinterladungszündung. Per A.K.O. vom 10.09.1839 wurde dennoch zunächst vom König Friedrich Wilhelm III. der Umbau aller felddienstfähigen Steinschloßgewehre auf Perkussionszündung zum Infanteriegewehr 1809 U/M und dazu die Neuproduktion von Jährlich 30.000 Perkussionsgewehren Modell 1839 festgelegt. Mit einem solchen Perkussionsgewehr M/39 ließ sich Kronprinz Friedrich Wilhelm am 03.01.1840 vom Kommandeur des Füsilierbataillons, Major von Hirschfeld, die Griffe der Chargierung beibringen. Das betreffende Gewehr wurde später auf der Montierungskammer des Füsilierbataillons aufbewahrt. 1840 erhielten somit alle Bataillone die umgearbeiteten Gewehre M1839. Auch die Bajonettbüchsen der Unteroffiziere wurden dabei auf Percussionszündung aptiert.

"Im Jahre 1840 erhielten alle 3 Bataillone eine vollständige neue Garnitur Percussionsgewehre, theilweise am 22. September, den Rest aber am 23. December 1840 aus der Gewehrfabrik in Potsdam. Die seit 1829 gehabte alte vollständige Garnitur Exerciergewehre mit Feuerschloß wurde dem Regiment belassen bis 1840, in welchem Jahre den 23. December aber auch diese bis auf 13 Stück per Bataillon, welche zum Einüben ungeschickter Rekruten im Bajonettiren denselben überlassen blieben. Die besten von den alten Gewehren wurden an die Ganzinvaliden-Compagnie in Potsdam, die übrigen aber an das Artillerie-Depot in Berlin abgeliefert und an deren Stelle eine andere volle Garnitur, vorher mit mit Feuerschloß versehen, nun aber das Schloß auf Percussion umgeändert, als Exercirgewehre und beim Einüben der Chargirung für die Reserve verabreicht. Die Bajonett-Büchsen der Unterofficiere waren inzwischen von 1840 - 1842 auch sämmtlich durch Ankauf theils ganz neuer, die übrigen aber durch Veränderung des Feuerschlosses in Percussion, der Schußwaffe der Mannschaften übereinstimmend, verbessert worden." (aus der Regimentsgeschichte)

"Im Jahre 1840 schenkte Herr von Bredow auf Bredow bei Nauen, ein Großneffe des General von Rohdich, dem Regiment einen Tambour-Major-Stock, welcher aus dem Stock des General von Rohdich gebildet war, zu bleibendem Andenken." (aus der Regimentsgeschichte) Seitdem wurde beim I. Bataillon (Grenadiere) wurde als Tambourstock jener umgearbeitete Rohrstock des Generals von Rohdich verwendet, die Verzierungen am Griff und am Knopf bestanden aus zwei erhaben gearbeiteten Eichenkränzen. Auf dem Kopfe das Wappen der Familie von Rohdich und um dasselbe die Inschrift: "Andenken des Generals d. I. von Rohdich, von den Kurprinzen Friedrich von den Landständen der Kurmark errichteten Regiments,  von Friedrich II. 1740 formierten Grenadier-Garde-Bataillons, welches in Folge des Krieges von 1806 aufgelöst wurde, durch Einverleibung in das 1. Garde-Regiment z. F. aber fortbesteht."  Die beiden anderen Bataillone verwendeten zunächst keine besonderen Tambourstöcke, mit der Ausnahme, daß natürlich auch hier die Beschläge (Kugel und Spitze) versilbert waren und nicht vergoldet wie bei den meisten übrigen Regimentern. Diese beiden Stöcke waren wie bei der Linie aus spanischem Rohr. Auf dem Knopf die Inschrift "II. Bataillon (bzw. Füsilierbataillon) des Königl. 1. Garderegiments". Für alle drei Tambourstöcke galt: alle Beschläge silbern, Banderolen von weißer mit schwarzen Durchzügen versehener Wolle, zur Parade Banderole aus Silbergespinst, durchzogen mit schwarzer Seide. Dies blieb auch bei allen drei Stöcken bis zur Auflösung des Regimentes bestehen. Wann die beiden Tambourstöcke des II./III. Bataillons verliehen wurden, ist leider nicht mehr überliefert.

Friedrich Karl, Prinz von Preußen 1845, Müller-Bohn: Kaiser Friedrich Gedächtniswerk.

In Berlin lagen seit 1839 insgesamt 150 Scharfschützengewehre nach dem Hinterladungsprinzip Dreyses auf der Kammer zur Erprobung, weitere 160 Stück der Infanterievariante des Zündnadelgewehres waren bereits bestellt. Kriegsminister von Rauch hatte die bisherigen Ergebnisse der Versuche mit dem Hinterlader zwar schon am 06.06.1839 in einem sehr positiven Bericht zusammengefaßt, jedoch wollte der alte König und seine Berater - vor allem wegen des hohen Kostenaufwandes für eine komplette Neubewaffnung des Preußischen Heeres - das neue Gewehr nicht mehr einführen. Auch fürchtete man einen zu hohen Munitionsverbrauch durch die schnellere Schußfolge mit dem Zündnadelgewehr. So war zunächst der billigere Umbau der alten Gewehre Modell 1809 auf Perkussion beschlossen worden.  Der neue König Friedrich Wilhelm IV. jedoch erließ bald nach seinem Regierungsantritt per A.K.O. vom 04.12.1840 die Weisung zum Bau von 60.000 Zündnadelgewehren nebst 500 Einheitspatronen zu jedem Gewehr. Nach dieser A:K.O. wurde das Zündnadelgewehr zur Geheimhaltung nur noch als "Leichtes Percussionsgewehr" bezeichnet. Dreyse hatte zu diesem Zeitpunkt noch garkeine Fabrik und mußte diese erst aufbauen. So lief denn die Produktion unter strengster Geheimhaltung am 15.10.1841 in Sömmerda an. Das Resultat des Kompromisses von 1839/40 war die Entscheidung, zunächst die gesamte Infanterie mit dem Perkussionsgewehr auszurüsten und das Zündnadelgewehr bereitzuhalten, um es im gegebenen Augenblick für das zerstreute Gefecht an Eliteformationen wie die Jäger und Schützen auszugeben. An eine Anpassung, dem Hinterladungsprinzip entsprechend, der zutiefst der Napoleonischen Zeit verwurzelten Infanterietaktiken, dachte damals noch kein Offizier.

Figurine zur Weltausstellung Paris 1900 eines Grenadiers des Ersten Garderegiments zu Fuß 1843, Archiv Seitenautor.

Am 18.10.1841 wurde der Preußischen Tradition gemäß der junge Prinz Friedrich Wilhelm, der spätere Kaiser Friedrich III. zu seinem 10. Geburtstag in die Leibkompagnie des Ersten Garderegiments zu Fuß eingestellt. Der König führte den jungen Prinzen persönlich dem Regiment zu und richtete vor dem versammelten Offizierkorps die folgenden Worte an ihn: "Du bist zwar noch sehr klein, Fritz, aber lerne diese Herren nur kennen, damit Du sie einst übersehen kannst, wie sie gegenwärtig Dich noch übersehen." (aus dem Kaiser Friedrich Gedächtniswerk)

Am 23.10.1842 wurde der bald volkstümlich „Pickelhaube“ genannte Helm bei der Preußischen Armee eingeführt. Er hatte - wieder im Gegensatz zu den meisten anderen Regimentern - hier silberne Beschläge. Vorne trug das Ersten Garderegiment zu Fuß den silberfarbenen Gardeadler, zunächst noch ohne jegliches Motto. Aufgelegt darauf war der silberne Gardestern, der bei Offizieren wie bisher auch den emaillierten Kern besaß und leicht hervorgewölbt war. Lediglich die Schuppenketten und Sternschrauben am Kreuzblattbeschlag der Offiziere waren vergoldet. Als Besonderheit trugen die Offiziere dieses Regimentes sechskantig ausgekehlte Helmspitzen, welche sonst nur der Generalität vorbehalten war. Desweiteren wurde mit dem gleichen Datum ein einfacher, einreihiger Waffenrock eingeführt. Dieser behielt die alten regimentsspezifischen Abzeichen in Form und Farbe bei. Der Waffenrock behielt dabei die Farbe des alten Frackes, also blau mit roten Vorstößen. Auch die Litzen blieben die gleichen wie bisher, also bei Mannschaften weiß mit rotem Spiegel und bei Offizieren silbern gestickt. Der Kragen war zunächst noch nicht vollfarbig, sondern blau mit einer roten Patte und wie bisher auch eckig. Auf dieser Patte saßen dann die Gardelitzen. Die Regimentsgeschichte schreibt zu den einschneidenden Uniformveränderungen nach dieser A.K.O.:

"Aus den Berathungen und Probeversuchen der in den Jahren 1841 und 1842 zusammengesetzt gewesenen Comissionen aus höheren Officieren verschiedener Waffen, ging die Ansicht hervor, wie eine Veränderung in einzelnen Bekleidungsgegenständen der Truppen diesseitiger Armee zeitgemäß sei. - Auf Grund der erhaltenen günstigen Berichte geruhten Se. Majestät der König durch Allerhöchste Cabinets-Ordre vom 23. October 1842 und 19. Juli 1843 dahin zu verfügen, daß die Truppen der Armee die bis jetzt in Tragung befindlichen Czakots, Montirungen, Beinkleider und Jacken nach dem Etat auftragen, vor gänzlichem Ablauf der Tragefrist sich aber nach und nach in der Reihenfolge, wie die Armee-Corps während der folgenden Jahre zur Revue kommen, die sämmtliche Infanterie, statt der Czakots mit Helmen nach den erhaltenen Proben, desgleichen statt der Montirungen mit Waffenröcken, statt der bisherigen Latzhosen mit Schlitzhosen und ebenso statt der bisherigen kostspieligen Tuchjacken mit Zwillichjacken versehen sollten.

Beim diesseitigen Regiment kam denn auch zu vorbenannten veränderten neuen Stücken noch bei den Grenadier-Bataillonen ein weißer Haarschweif von Roßhaaren, bei dem Füsilier-Bataillon ein dergleichen schwarzer. Daß das diesseitige Regiment in diesem neuen Anzuge bereits im September 1843 bei den größeren Uebungen im Corps vor Se. Majestät zum ersten Male erschien, ist oben am betreffenden Orte gesagt. - Die Montirungen und Jacken wurden beim Garnisondienst noch aufgetragen, Czakots mit Busch dem Kriegs-Ministerium zur Verfügung gestellt, in soweit noch Tragezeit an denselben haftete. Hosen wurden nach und nach abgeändert. - Die Mäntel, blieben ohne Veränderung. Bei den Officieren trat durchgängig dieselbe Veränderung ein, sowohl in Montirung, als Czakot und Hosen. Derselbe Fall traf nun auch die dreieckigen Hüte mit den schwarzen Federbüschen, die bisher außer Dienst, bei Beurlaubungen, in Gesellschaften etc. getragen wurden, wie endlich auch die schwarzen Tuchüberröcke in der Art, daß sie als Dienstanzug außer Tragung kamen, wenn sie auch außer dienst noch am längsten beibehalten wurden, so daß nun auch der Officier in seiner Bekleidung einfach auf Waffenrock, Helm, im Winter Tuch- und im Sommer Leinewand-Beinkleider, dann Mantel und Feldmütze angewiesen war.

Grenadier- und Füsilier-Mützen blieben auch nach Einführung der Helme bei den 3 Bataillonen des Regiments, ihrer Bestimmung gemäß, bei großen Paraden und anderen besonderen Gelegenheiten im Gebrauch."

Offizierspickelhaube des Ersten Garderegiments zu Fuß, erstes Modell 1842/43, Kube: Militaria.

Jahre 1843 (Laut Pietsch erst am 08.05.1848) bekam auch das Füsilierbataillon eine der Grenadiermütze der übrigen Bataillone ähnliche Mütze, aber von etwas kleinerer Form. Statt der seitlichen drei Granaten hatte die Füsilier-Mütze an deren Stelle heraldische Adler gleicher Anzahl zur Verzierung angebracht. Das Futter des Frontschildes war hier rot und die Schuppenketten flach. Ansonsten entsprach sie dem Muster für die Grenadier-Bataillone.

"Seit 1844 hat der ganze (Mannschafts-)Mantel nur noch die Form und das Ansehen eines gewöhnlichen mehr engen als weiten kurzen Ueberrocks." (aus der Regimentsgeschichte)

Der mit A.K.O. vom 06.01.1846 eingeführte Sergeantenknopf[4] saß zwischen den Litzen am Ende des Spiegels. Die schwedischen Ärmelaufschläge mit den Litzen blieben jedoch vollfarbig rot. Auch die Unteroffizierstressen und weißen Schulterstücke blieben vom bisherigen Muster. Das Lederzeug blieb zunächst das alte.

Grenadier des Ersten Garderegiments zu Fuß in Paradeuniform 1847-1850, Zeichnung von Fritz Kersten, Archiv Seitenautor.

Durch A.K.O. vom 07.10.1847 wurde ein neues Lederzeug eingeführt, das nach seinem Entwickler „Virchowsches Gürtelgepäck“ genannt wurde. Es war, wie bisher auch, bei der Garde weiß. Der Haken zur Befestigung des Tornisterriemens am Leibriemen war bei der Garde granatenförmig aus Messing geprägt, während bei der Linie ein einfacher Messinghaken zur Anwendung kam. Zunächst wurden noch die alten Patronentaschen M1809 mit dem goldfarbenen Gardestern umgearbeitet auf die Leibbindung, mit A.K.O. vom 11.04.1850 wurden jedoch neue Patronentaschen eingeführt. Diese hatten keinen Stern mehr und unterschieden sich nur durch die weißen Lederschlaufen, passend zum Leibriemen, von denen der Linie.

"Ende 1847 trat in Stelle des im Dienst abgeschafften schwarzen Ueberrocks (für Offiziere) ein graumelirt tuchener Paletot (Ueberzieher) mit rothem Kragen, um ihn bei schlechtem Wetter, wenn die Mannschaften in Mänteln zum dienst kommen, zu tragen." (aus der Regimentsgeschichte)

Dienst im Langen Stall 1849, Zeichnung von Richard Knötel, Müller-Bohn: Kaiser Friedrich Gedächtniswerk.

Politisch tat sich in den Jahren bis 1848 in Preußen nicht viel. Dann jedoch kam es zuerst in Frankreich und schließlich im März 1848 auch in ganz Deutschland zu revolutionären Umstürzen. König Friedrich Wilhelm IV. versuchte die Revolution von Preußen fern zu halten. Dennoch wurden bis Mitte März die Truppen in Berlin stetig verstärkt, einen großen Teil dieser Truppen bildete naturgemäß die Garde. Die Armee wurde auf den ausdrücklichen Wunsch des Königs, der sagte: „Was not tut, ist die Zähmung Berlins.“ nach Berlin gesandt. Am 18.03.1848 schließlich kam es in Berlin zu Barrikadenkämpfen, die durch einen sich versehentlich gelösten Schuß eines Soldaten auf dem Schloßplatz ausgelöst wurden. Die Menge stob auseinander und errichtete in den Straßen Berlins Barrikaden. Im Verlauf des Tages schlugen die Truppen den Aufstand jedoch blutig nieder in dem sie Straße auf Straße unter großen Verlusten bei der Bevölkerung „säuberte“.  Laut "Amtliche Verlustliste der Truppen in dem Kampfe am 18ten und 19ten März 1848 in Berlin" waren beim Ersten Garderegiment zu Fuß "Getödtet oder bis zum 12ten April an den Wunden gerstorben" gefallen:

Dienstgrad Name Vorname Herkunft
Secondelieutenant Tüple   Füsilier-Regiment von Steinmetz (Westpreußisches) Nr. 37, diensttuend beim Ersten Garderegiment zu Fuß
Grenadier Füllenbach Caspar Leibsdorf bei Neuwied, Reg.-Bez. Coblenz

Der König lenkte (zumindest vorerst) ein und ehrte einen Tag später die Gefallenen. Er verfaßte am selben Tag auch die sog. Märzproklamation "An meine lieben Berliner" in der er einräumte, Preußen in eine konstitutionelle Monarchie mit Parlament umzuwandeln. Dies geschah aber ebenso wenig, wie die Ausrufung eines deutschen Kaiserreiches, dessen Krone Friedrich Wilhelm am 03.04.1848 ablehnte. Damit waren allerdings die Unruhen noch nicht beendet, denn am 12.09.1848 meuterten Grenadiere und Füsiliere des Ersten Garderegiments zu Fuß, verfaßten eine Grußadresse an die Nationalversammlung und entrollten auf der "Mopke" (Exerzierplatz im Park von Sanssouci, gelegen zwischen Neuem Palais und den Communs) das schwarz-rot-goldene Banner. Nur mit Mühe und unter Waffeneinsatz gelang es den Gardes du Corps die Unruhen zu unterdrücken. Es war dies die erste Soldatenrevolte in einer deutschen Armee. So blieb denn das Regiment auch hier seinem Motto treu, stets „das Erste in Krieg und Frieden“ zu sein.

Die Uniformierung der Garde wurde auch in diesen unruhigen Zeiten stetig verbessert und abgeändert. Die Regimentsgeschichte schreibt hierzu: "Vorgedachte Tragart des Säbelkoppels über die Schulter hat nun unveränderlich bis 1848, also 34 Jahre, bestanden, von diesem Jahre aber wurde es wieder um den Leib getragen. - Bei Einführung des neuen Gepäcks von 1848 - 1850 erlitten die Patrontaschen wie Bandeliere zuerst Veränderungen, endlich kamen dieselben durch Ersatz kleiner Taschen, zum Tragen vor dem Leibe vermittelst Lederösen am Säbelkoppel, ganz ab."

Die Leibkompagnie 1852, Müller-Bohn: Kaiser Friedrich Gedächtniswerk.

"1848 den 27. Juni erhielt das Regiment eine vollständige Garnitur Zündnadelgewehre für seine Kriegsstärke von 1000 Köpfen per Bataillon, incl. der Unterofficiere, mit der Weisung, die Schießübungen mit denselben, trotzdem, daß diese Uebungen mit den bisherigen älteren Percussionsgewehren im Zeitraum vom April bis Mitte Juni für das laufende Jahr bereits beendigt, sofort zu beginnen und über die erlangten Resultate monatlich höheren Orts zu berichten. Um über den Organismus, Construction, die Ladung und ganze Behandlung etc. dieser neuen Waffe richtigen Unterricht speciell zu erhalten, wurden Seitens des Regiments Officiere und Unterofficiere nach dem Fabrikorte Sömmerda von 2 zu 2 Monaten commandirt. Wie schon oben erwähnt, sind auch sämmtliche  Unterofficiere des Regiments mit diesen Gewehren versehen, also endlich das schon längst gewünschte, für das ganze ein einziges Caliber zu erlangen und für immer zu behalten, erreicht.

Die 6. Kompagnie im September 1853, Müller-Bohn: Kaiser Friedrich Gedächtniswerk.

Jene, bis zum 1. Juli 1848 in Besitz gehabte neue Garnitur gewöhnlicher Percussionsgewehre, mit sämmtlichen Unterofficier-Bajonett-Büchsen würden, nachdem selbige aus dem Gewehrgelder-Fond vollkommen in Stand gesetzt, im November 1848 per Wassertransport nach Magdeburg an das dortige Artillerie-Depot abgeliefert, wogegen die 2. Garnitur Exercirgewehre des Regiments seit Mai 1848 an den Potsdamer Magistrat zur einstweiligen Bewaffnung seiner Bürgerwehr geliehen worden, von welchem selbige, nach aufhören gedachter Wehr 1849, ziemlich stark beschädigt und verrostet, Ende gedachten Jahres dem Regiment zurückgegeben wurde und von diesem bis auf Weiteres wiederum auf den Kammern verwahrt wird.

Es hat also das Regiment, nachdem es 1809 nach und nach zum Besitz einer vollständigen Garnitur alter egaler Gewehre gelangt, diese 1811 durch eine andere neue Garnitur neupreußischer Art, und nachdem diese 18 Jahr in Gebrauch gewesen, und 3 Feldzüge mitgemacht, wiederum 1829 durch eine zweite derselben Art ersetzt. Als vierte Garnitur erhielt es 1841 neue Schußwaffen mit Percussionsschlössern, und endlich in deren Stelle als fünfte am 27. Juni 1848 die Gegenwärtig noch im Gebrauch befindlichen leichten Percussions- oder Zündnadelgewehre." (aus der Regimentsgeschichte)

Die Unteroffiziere der 6. Kompagnie im September 1853, Müller-Bohn: Kaiser Friedrich Gedächtniswerk.

Am 27.06.1848 erhielt also das Regiment endlich eine komplette Garnitur von 3.000 nagelneuen Zündnadelgewehren Modell 1841. Bemerkenswert ist, daß das "Leichte Percussionsgewehr" (Tarnname des Zündnadelgewehres) Modell 1841 schon seit 1841 in Produktion war, man aber dennoch zunächst allgemein von Steinschloß- auf Perkussionszündung umstellte und dies mit einem enormen Zeit- und Kostenaufwand. Die Bewaffnung blieb nun unverändert während der nächsten Jahre.

"Das Regiment erhielt erst am 11. Mai 1849 eine neue vollständige Garnitur Säbel nach französischer Form geliefert und mußte die bisher, seit 42 Jahren, gehabten altpreußischen an das Artillerie-Depot in Magdeburg abgeben." (aus der Regimentsgeschichte) Demnach wurde der altpreußische Säbel Modell 1715 von der Garde-Infanterie 134 Jahre getragen. Doch damit nicht genug, denn der Säbel wurde weiterhin vom Invalidencorps bis 1918 verwendet. Also hat dieses Säbel-Muster eine Kariere von 203 Jahren vollbracht, ehe es endgültig aus dem aktiven Dienst verschwand! Der erwähnte Säbel nach französischem Muster war das Modell 1848, welches nun beim Ersten Garderegiment zu Fuß Verwendung fand.

Der 1852 beschaffte Schellenbaum des Ersten Garderegiments zu Fuß, Archiv DGfMM.

Am 01.10.1849 wurden die Halbinvaliden-Sections gänzlich aufgelöst. Die Mannschaften traten dabei teilweise zur Garde-Invaliden-Compagnie über, teilweise schieden sie mit gesetzlichem Gnadengehalt aus oder sie traten zu einem der 8 kombinierten Reserve-Bataillone der Armee über.

Im Jahre 1852 wurde ein für 800 Thaler neuer Schellenbaum nebst neuer Paradeflagge beschafft, der alte wurde danach verkauft. Das Offizierscorps kaufte ihn jedoch später von einem Berliner Händler aus eigenen Mitteln zurück und bewahrte ihn im Offizierscasino auf. Beim neu beschafften Schellenbaum waren alle Teile des Stockes silbern, desgleichen die Adler, die große Glocke  mit Eichenkranz, der große und die kleinen Sterne und der Halbmond. Dagegen sind von Gold alle Kugeln, die kleinen Glöckchen, die Haarschweiftüllen und die Kronen der Adler des Halbmondes. Die silbernen Fasces haben goldene Bänder und goldenen Blitze. Der Ordensstern hat ein goldenes Mittelfeld mit schwarzem Adler. Um dasselbe ein roter Kreis mit goldenen Rändern. Der Holzgriff ist schwarz. Die Roßschweife sind (vom Träger aus gesehen) rechts schwarz, links weiß. Die Paradeflagge war ein Geschenk der Kronprinzessin und der Prinzessinnen. Sie war beiderseits aus weißem Atlas gefertigt. Alle Stickereien wie Schwert und Krone auf der Vorderseite, sowie Schnüre, Fransen, Quasten, Krone und Namenszug mit Eichen-Laubwerk auf der Rückseite waren Silberstickerei. Der Adler war von schwarzer Seide gefertigt. Auf der Bandschlinge der Rückseite befand sich die Inschrift "Gott mit uns". Der Tragriemen war zunächst schwarz. Später wurde bei Paraden ein weißer Tragriemen verwendet, jedoch findet sich kein Hinweis mehr, wann diese Anordnung erfolgte.

Die Offiziere der 6. Kompagnie 1854, Müller-Bohn: Kaiser Friedrich Gedächtniswerk.

"Am 3. Juli 1856 - genau 10 Jahre vor der ewig denkwürdigen Schlacht von Königgrätz, in welcher der Prinz die erste glänzende Probe auf seine Feldherrnkunst bestehen sollte - übernahm er die Führung des 1. Garde-Regiments zu Fuss mit der Weisung, in wichtigen Fällen, deren Behandlung eine reifere militärische Erfahrung erforderte, nur in Verbindung mit dem wirklichen Kommandeur, dem Grafen Blumenthal, zu entscheiden." (aus dem Kaiser Friedrich Gedächtniswerk)

Rangliste des Ersten Garderegiments zu Fuß pro Oktober 1857

Quelle: Kessel, Gustav von: Geschichte des Königlich Preußischen  Ersten Garde-Regiments zu Fuß 1857-1871, Berlin 1881, Ernst Siegfried Mittler und Sohn

Chef: Seine Majestät der König.

1) Oberst Friedrich Wilhelm, Prinz von Preußen.

2) Oberst Friedrich Wilhelm Johann Ludwig Freiherr Hiller von Gärtringen.

3) Oberstlieutenant Karl Graf von der Goltz.

4) Oberstlieutenant Ferdinand von Bentheim.

5) Major Bernhard Wilhelm von der Groeben.

6) Major Hugo von Obernitz.

1) Hauptmann Bernhard Philipp Otto von der Osten.

2) Hauptmann Amand Ernst Eugen von Ruville.

3) Hauptmann Hermann Karl Julius von Ploetz.

4) Hauptmann Friedrich Wilhelm Eckardt von Schmeling I.

5) Hauptmann Hugo von Block.

6) Hauptmann Victor Friedrich Wilhelm Joseph Dietrich von Roeder.

7) Hauptmann Ernst Conrad Maximilian Graf Finck von Finckenstein II.

8) Hauptmann Carl von Brauchitsch II.

9) Hauptmann Rudolf Leopold Wilhelm von Barby.

10) Hauptmann Hugo Prinz zu Schönburg-Waldenburg.

11) Hauptmann Burghard Heinrich von Schmeling II.

12) Hauptmann Hans Lothar von Schweinitz.

13) Hauptmann Rudolph von Neumann II.

14) Hauptmann Adolph Friedrich Wilhelm Graf von Kanitz.

15) Hauptmann Ewald von Kleist II.

16) Hauptmann Anton Wilhelm Carl von L´Estocq.

17) Hauptmann Alexander Theodor Paul August von Kameke.

      Hauptmann Albrecht Prinz von Preußen.

18) Hauptmann Carl von Plehwe II.

      Hauptmann Karl Wilhelm von Pachebl Gehag.

 

1) Premierlieutenant Victor von Brauchitsch

2) Premierlieutenant Adolph Graf Finck von Finckenstein II.

3) Premierlieutenant Friedrich Wilhelm Ludwig von Holleben.

4) Premierlieutenant August Julius Heinrich von Oppell.

5) Premierlieutenant Friedrich Wilhelm Vincent Hugo von Besser.

6) Premierlieutenant Rudolph Carl Graf von Waldersee I.

7) Premierlieutenant Aurel Graf von Rittberg.

8) Premierlieutenant Arthur Louis Ernst von Gayl.

9) Premierlieutenant Carl von Reinhard. (Dieser ist der Verfasser der ersten Regimentsgeschichte, siehe das Literaturverzeichnis.)

10) Premierlieutenant Berthold von Seegenberg.

11) Premierlieutenant Louis Hubert August von Meyerinck.

12) Premierlieutenant Hans Ernst Otto von Studnitz.

 

1) Secondelieutenant Albert Gustav Guido von Rauch I.

2) Secondelieutenant Lothar von Petery.

3) Secondelieutenant Ludwig Jakob Herwarth von Bittenfeld I.

4) Secondelieutenant Richard von Arnim I.

5) Secondelieutenant Ernst Friedrich Albert von Bülow.

6) Secondelieutenant Carl Ulrich von Möllendorff.

7) Secondelieutenant Wilhelm von Grolman.

8) Secondelieutenant Paul Graf von Waldersee II.

9) Secondelieutenant Hans Paul Herwarth von Bittenfeld II.

10) Secondelieutenant Louis Graf von Wartensleben.

11) Secondelieutenant Hermann Bogislav Albert Graf von Hacke. (1864 als Unionsoffizier in der Schlacht in der Wilderness gefallen)

12) Secondelieutenant Hans Gneomar von Natzmer.

13) Secondelieutenant Arthur von Leipziger.

14) Secondelieutenant Carl von Prittwitz und Gaffron.

15) Secondelieutenant Friedrich Hermann Heinrich Ludwig von Roeder.

16) Secondelieutenant Otto von Derenthall.

17) Secondelieutenant Clemens von Radowitz.

18) Secondelieutenant Cuno von Rantzau.

19) Secondelieutenant Heinrich Gustav Alfred Nicolaus Baron von Eberstein.

20) Secondelieutenant Werner von Brederlow.

21) Secondelieutenant Victor Graf von Schlieffen I.

22) Secondelieutenant Oskar Graf von Schlieffen II.

23) Secondelieutenant Heinrich Adalbert Graf zu Rantzau.

24) Secondelieutenant Friedrich von Berg.

25) Secondelieutenant Franz Georg Adolph Graf von Waldersee III.

26) Secondelieutenant Carl Alexander Friedrich August Graf Finck von Finckenstein.

27) Secondelieutenant Carl Wilhelm Joseph von Boeltzig.

28) Secondelieutenant Robert von dem Knesebeck.

29) Secondelieutenant Arthur von Fabeck.

30) Secondelieutenant Hans Freiherr Geyr von Schweppenburg.

31) Secondelieutenant Albert Johannes Waldemar von Roon.

32) Secondelieutenant Reinhold Karl von Saint-Paul.

33) Secondelieutenant Friedrich Heinrich Konrad Reinhold von Risselmann.

34) Friedrich August Wilhelm Adolph von Schönfeld.

35) Secondelieutenant Friedrich Johann Karl von Esebeck.

36) Secondelieutenant Heinrich Synold von Schütz.

37) Secondelieutenant Leopold Friedrich von Gerlach.

38) Secondelieutenant Hans Georg Karl Emanuel Konstantin von Willisen.

39) Secondelieutenant Friedrich Otto von der Groeben I.

40) Secondelieutenant Karl Heinrich Ludwig Vitelo von Griesheim.

41) Secondelieutenant Karl Wilhelm Ludwig von Weiher. (Weyher)

42) Secondelieutenant Franz Rudolph Herrmann von Seel.

43) Secondelieutenant Herrmann Friedrich Karl von Stülpnagel.

44) Secondelieutenant Waldemar Wilhelm von Schack.

45) Secondelieutenant Karl Hans Herwarth von Bittenfeld III.

46) Secondelieutenant Ferdinand August Ludwig Edmund von Witzleben.

47) Secondelieutenant Julius Joseph Adalbert Louis Ulrich Leonhard von Löwenfeld.

 

1) Portepeefähnrich Max von Voß.

2) Portepeefähnrich Wilhelm Günther von der Groeben II.

3) Portepeefähnrich Friedrich Wilhelm August Karl Max Graf von Lüttichau.

4) Portepeefähnrich Adolph Hermann Heinrich Lucius von Rhade.

5) Portepeefähnrich Leopold Gustav Adolph von Rauch II.

6) Portepeefähnrich Friedrich von Alvensleben.

7) Portepeefähnrich Otto Wilhelm Julius von Schleinitz.

8) Portepeefähnrich Richard Paul Hermann Eduard von Blankenburg.

9) Portepeefähnrich Kurt Alexander Karl Hermann von Knobelsdorff.

10) Portepeefähnrich August Botho Louis Traugott Graf zu Eulenburg.

11) Portepeefähnrich Hans Peter Demetrius von Arnim.

12) Portepeefähnrich Gustav Wilhelm Carl Philipp von Lücken.

 

á la suite.

Generaloberst der Infanterie Wilhelm Prinz von Preußen.

General der Kavallerie Friedrich Prinz von Preußen.

Oberst Georg Erbprinz von Sachsen-Meiningen-Hildburghausen.

Oberstlieutenant Carl Adolph von Randow.

Oberstlieutenant Heinrich Maximilian von Roeder.

Major Friedrich Erbprinz von Anhalt-Dessau.

Major Albert Gustav Herrmann Bogislav Graf von Hacke.

Hauptmann Bernhard Wilhelm von Werder.

Hauptmann Friedrich Christian August Prinz zu Schleswig-Hostein-Sonderburg-Augustenburg.

Hauptmann Lothar von Brandenstein.

Secondelieutenant Ferdinand Prinz zu Solms-Braunsfels.

Secondelieutenant Leopold Erbprinz von Hohenzollern-Sigmaringen.

Secondelieutenant Heinrich XIV. Erbprinz zu Reuß-Schleitz.

Secondelieutenant Friedrich Graf zu Solms-Laubach.

 

Unterstab.

Oberstabs- und Regimentsarzt Dr. Carl August Knispel.

Stabs- und Bataillonsarzt Dr. Schröter.

Assistenz-Arzt Dr. Stanelli.

Assistenz-Arzt Dr. Schmeißer.

Assistenz-Arzt Dr. Beguin.

Assistenz-Arzt Dr. Kurschner.

Assistenz-Arzt Dr. Lendel.

Assistenz-Arzt Dr. Herrmann.

Assistenz-Arzt Dr. Jobswich.

Secondelieutenant und Zahlmeister Severin Braun.

Secondelieutenant und Zahlmeister Holdt.

Zahlmeister 1. Klasse Poppe.

1857 wurde Friedrich Wilhelm Voigt vom "Direktor der gesamten Musikchöre des Gardecorps", Wilhelm Wieprecht, dem König Friedrich Wilhelm IV. für die vacant gewordene Stellung des Stabshoboisten im Ersten Garderegiment zu Fuß vorgeschlagen. Er war zu diesem Zeitpunkt erst 24 Jahre alt!

Friedrich Wilhelm Voigt (22.03.1833-22.02.1894)

Er 1833 war als Sohn des Stabshoboisten Christian Voigt im damals in Koblenz liegenden Infanterieregiment Graf Werder Nr. 30geboren. Nach dem Besuch der höheren Schule in Koblenz und Trier studierte er am Musikkonservatorium in Köln, um sich dann einem mehrjährigen Studium unter bedeutenden Lehrern in Leipzig und Berlin, u. a. in der Opernkapelle der Hauptstadt, zu widmen. Für seine Abschlußarbeit, eine Choral-Symphonie für Großes Orchester "Ein feste Burg", wurde ihm die Silberne Medaille der Königlichen Akademie für Kunst und Wissenschaft verliehen. Als Voigt 1857 die Stelle als Stabshoboist beim Ersten Garderegiment zu Fuß antrat, mußte er sich zunächst einer militärischen Ausbildung unterziehen, denn es war das erste Mal, daß ein Ungedienter Stabshoboist wurde. Die Tatsache, daß seine Kapelle als einzige die Musik bei Hofe stellte, zeigt ihren hohen Leistungsstand unter Voigts Stabsführung. Er war Teilnehmer der Feldzüge 1866 und 1870/71 und wurde mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. Voigts Geburtstag fiel mit dem des späteren Königs und Kaisers Wilhelm I. (1797- 1888) zusammen. Bei der Paradeaufstellung des Regiments im Lustgarten am 22. März jeden Jahres wurde er von diesem stets vor der Front beglückwünscht, worauf Voigt seine Wünsche für den alten Herrn erwiderte[5].

Gemeine des Ersten Garderegiments zu Fuß 1857, Zeichnung aus dem Semper Talis Blatt Nr. 71 zum 250jährigen Regimentsjubiläum

"Die Mäntel der Offiziere haben in dem ganzen Zeitraum von 1808 ab bis gegenwärtig nur unwesentliche Veränderungen erlitten, z. B. während neuerer Zeit den Kragen, d. h. den rothen schmäler, demnächst den grauen Ueberhängekragen länger erhalten, wie überhaupt diesen, als auch den ganzen Mantel faltenreicher, wie in früherer Zeit. Seit 1857 ist der Kragen (des Mannschaftsmantels) durchgängig grau und haben nur die Unterofficiere den Knopf beibehalten." (aus der Regimentsgeschichte)

Offiziere des Ersten Garderegiments zu Fuß 1857, Zeichnung aus dem Semper Talis Blatt Nr. 71 zum 250jährigen Regimentsjubiläum

Rangliste des Ersten Garderegiments zu Fuß im Jahre 1858

Quelle: Kessel, Gustav von: Geschichte des Königlich Preußischen  Ersten Garde-Regiments zu Fuß 1857-1871, Berlin 1881, Ernst Siegfried Mittler und Sohn

Chef: Seine Majestät der König.

Oberst Friedrich Wilhelm Johann Ludwig Freiherr Hiller von Gärtringen, Regimentskommandeur, Flügel-Adjutant Sr. Majestät des Königs.

Oberstlieutenant Ferdinand von Bentheim, Kommandeur des Lehr-Infanterie-Bataillons.

Major Bernhard Wilhelm von der Groeben, Kommandeur des I. Bataillons.

Major Heinrich Freiherr von Lyncker, Kommandeur des II. Bataillons.

Major Hugo von Obernitz, im Stabe. (ad interim Füsilierbataillon)

 

Hauptmann Amand Ernst Eugen von Ruville.

Hauptmann Hermann Karl Julius von Ploetz.

Hauptmann Friedrich Wilhelm Eckardt von Schmeling, kommandirt beim Gouvernement von Mainz.

Hauptmann Hugo von Block.

Hauptmann Ernst Conrad Maximilian Graf Finck von Finckenstein I.

Hauptmann Rudolf Leopold Wilhelm von Barby.

Hauptmann Hugo Prinz zu Schönburg-Waldenburg.

Hauptmann Julius Cäsar von Sommerfeld.

Hauptmann Rudolph von Neumann II.

Hauptmann Adolph Friedrich Wilhelm Graf von Kanitz.

Hauptmann Ewald von Kleist II.

Hauptmann Anton Wilhelm Carl von L´Estocq.

Hauptmann Alexander Theodor Paul August von Kameke.

Hauptmann Albrecht Prinz von Preußen, á la suite des I. Bataillons 1. Garde-Landwehr-Regiments.

Hauptmann Carl von Plehwe II., kommandirt zur Schulabtheilung.

Hauptmann Karl von Brauchitsch II.

Hauptmann Adolph Graf Finck von Finckenstein II., kommandirt zur Schulabtheilung.

Hauptmann Friedrich Wilhelm Ludwig von Holleben, kommandirt zur Schulabtheilung.

Hauptmann August Julius Heinrich von Oppell, kommandirt bei der Kammandantur von Berlin.

 

Premierlieutenant Rudolph Carl Graf von Waldersee I.

Premierlieutenant Arthur Louis Ernst von Gayl, Lehrer bei der kombinirten Divisionsschule in Potsdam.

Premierlieutenant Carl von Reinhard. (Dieser ist der Verfasser der ersten Regimentsgeschichte, siehe das Literaturverzeichnis.)

Premierlieutenant Berthold von Seegenberg.

Premierlieutenant August von Meyerinck, kommandirt beim Garde-Husaren-Regiment.

Premierlieutenant Hans Ernst Otto von Studnitz.

Premierlieutenant Albert Gustav Guido von Rauch I. kommandirt bei der 1. Garde-Division.

Premierlieutenant Lothar von Petery.

Premierlieutenant Ludwig Jakob Herwarth von Bittenfeld I.

Premierlieutenant Richard von Arnim I., Lehrer bei der kombinierten Divisionsschule in Potsdam.

Premierlieutenant Ernst Friedrich Albert von Bülow, kommandirt als Adjutant beim Lehr-Infanterie-Bataillon.

Premierlieutenant Carl Ulrich von Möllendorff, Regiments-Adjutant.

 

Secondelieutenant Wilhelm von Grolman, kommandirt zur topographischen Abtheilung des Generalstabes.

Secondelieutenant Paul Graf von Waldersee II.

Secondelieutenant Hans Paul Herwarth von Bittenfeld II. kommandirt beim Stabe 1. Garde-Landwehr-Regiments.

Secondelieutenant Louis Graf von Wartensleben, Adjutant des 2. Bataillons.

Secondelieutenant Hermann Bogislav Albert Graf von Hacke. (1864 als Unionsoffizier in der Schlacht in der Wilderness gefallen)

Secondelieutenant Hans Gneomar von Natzmer.

Secondelieutenant Arthur von Leipziger, kommandirt beim Stabe 1. Garde-Landwehr-Regiments.

Secondelieutenant Carl von Prittwitz und Gaffron, kommandirt zur Allgemeinen Kriegsschule.

Secondelieutenant Friedrich Hermann Heinrich Ludwig von Roeder.

Secondelieutenant Otto von Derenthall, Adjutant des Füsilierbataillons.

Secondelieutenant Clemens von Radowitz.

Secondelieutenant Cuno von Rantzau, kommandirt zur Schulabtheilung.

Secondelieutenant Heinrich Gustav Alfred Nicolaus Baron von Eberstein, kommandirt zur Allgemeinen Kriegsschule.

Secondelieutenant Werner von Brederlow.

Secondelieutenant Victor Graf von Schlieffen I.

Secondelieutenant Oskar Graf von Schlieffen II., kommandirt zur Schulabtheilung.

Secondelieutenant Heinrich Adalbert Graf zu Rantzau.

Secondelieutenant Friedrich von Berg, kommandirt beim Stabe 1. Garde-Landwehr-Regiments.

Secondelieutenant Carl Alexander Friedrich August Graf Finck von Finckenstein.

Secondelieutenant Carl Wilhelm Joseph von Boeltzig.

Secondelieutenant Robert von dem Knesebeck.

Secondelieutenant Arthur von Fabeck.

Secondelieutenant Hans Freiherr Geyr von Schweppenburg.

Secondelieutenant Albert Johannes von Roon.

Secondelieutenant Reinhold Karl von Saint-Paul, kommandirt zur Schulabtheilung.

Secondelieutenant Friedrich Heinrich Konrad Reinhold von Risselmann, Adjutant des I. Bataillons.

Secondelieutenant Friedrich Johann Karl von Esebeck.

Secondelieutenant Heinrich Synold von Schütz.

Secondelieutenant Leopold Friedrich von Gerlach.

Secondelieutenant Hans Georg Karl Emanuel Konstantin von Willisen.

Secondelieutenant Friedrich Otto von der Groeben I.

Secondelieutenant Karl Heinrich Ludwig Vitelo von Griesheim.

Secondelieutenant Karl Wilhelm Ludwig von Weiher. (Weyher)

Secondelieutenant Franz Rudolph Herrmann von Seel.

Secondelieutenant Herrmann Friedrich Karl von Stülpnagel.

Secondelieutenant Waldemar Wilhelm von Schack.

Secondelieutenant Karl Hans Herwarth von Bittenfeld III.

Secondelieutenant Ferdinand August Ludwig Edmund von Witzleben.

Secondelieutenant Julius Joseph Adalbert Louis Ulrich von Löwenfeld.

Secondelieutenant Max von Voß.

Secondelieutenant Wilhelm Günther von der Groeben II.

Secondelieutenant Adolph Hermann Heinrich Lucius von Rhade.

Secondelieutenant Friedrich Wilhelm August Karl Max Graf von Lüttichau.

Secondelieutenant Otto Wilhelm Julius von Schleinitz.

Secondelieutenant Richard Paul Hermann Eduard von Blankenburg.

Secondelieutenant Kurt Alexander Karl Hermann von Knobelsdorff.

Secondelieutenant Friedrich von Alvensleben.

Secondelieutenant Leopold Gustav Adolph von Rauch II.

Secondelieutenant August Botho Louis Traugott Graf zu Eulenburg.

Secondelieutenant Eduard Wilhelm Bernhard Georg von Unruh.

Secondelieutenant Hasso Wilhelm Felix von Wedell.

Secondelieutenant Fritz Andreas August von Twardowski.

 

Aggregirt.

Oberstlieutenant Karl Graf von der Goltz.

Major Bernhard Philipp Otto von dem Osten.

Hauptmann Hans Lothar von Schweinitz.

 

á la suite.

Generaloberst der Infanterie Wilhelm Prinz von Preußen.

General der Infanterie Leopold Anton Adrich von Natzmer.

General der Kavallerie Friedrich Prinz von Preußen.

General der Kavallerie Franz Carl von Werder. (Wird im Namensverzeichnis jedoch als General der Infanterie genannt, 1857 á la suite gestellt.)

Generalmajor Friedrich Wilhelm Prinz von Preußen.

Oberst Georg Erbprinz von Sachsen-Meiningen-Hildburghausen.

Oberstlieutenant Carl Adolph von Randow.

Oberstlieutenant Heinrich Maximilian von Roeder.

Oberstlieutenant Friedrich Erbprinz von Anhalt-Dessau.

Major Albert Gustav Herrmann Bogislav Graf von Hacke.

Hauptmann Victor Friedrich Wilhelm Joseph Dietrich von Roeder.

Hauptmann Friedrich Christian August Prinz zu Schleswig-Hostein-Sonderburg-Augustenburg.

Hauptmann Lothar von Brandenstein.

Premierlieutenant Leopold Erbprinz von Hohenzollern-Sigmaringen.

Secondelieutenant Ferdinand Prinz zu Solms-Braunsfels.

Secondelieutenant Heinrich XIV. Erbprinz zu Reuß-Schleitz.

Secondelieutenant Friedrich Graf zu Solms-Laubach.

 

Regimentsarzt: Oberstabsarzt Dr. Carl August Knispel.

Bataillonsarzt: Stabsarzt Dr. Schröter.

Zahlmeister 1. Klasse: Secondelieutenant a. D. Severin Braun.

Zahlmeister 1. Klasse: Secondelieutenant a. D. Holdt.

Zahlmeister 1. Klasse: Poppe.

Nach der Niederschlagung der Revolten blieb bis zur Übernahme der Regentschaft durch den späteren Kaiser und König Wilhelm I.[6] am 07.10.1858 alles beim alten für Preußen, für Deutschland und natürlich für das „vornehmste Regiment der zivilisierten Christenheit“, das allerdings seit den Ereignissen von 1848 mit dem Makel des Brudermordes leben mußte, wie natürlich auch die Gardes du Corps, die sogar gegen ihre Kameraden losgezogen waren.

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[1] 1808 wurden weitestgehends die alten Seitenwaffen weiter benutzt. Die Neuerung im Jahre 1816 bestand darin, daß die Form des Bügels etwas geschwungener war als bisher und die Messingbeschläge auf einer nun schwarzen statt bisher naturfarbenen oder ganz metallenen Scheide saßen. Die Füsilier-Offiziere führten diesen Degen nicht, sondern einen speziellen Füsilier-Säbel.

[2] Es wird auch von einem „baumlangen Marokkaner“ berichtet, der um 1900 Schellenbaumträger beim Ersten Garderegiment zu Fuß war, doch davon an anderer Stelle mehr.

[3] Es wird häufig behauptet, daß diese Mützen ein Zarengeschenk gewesen wären. Dies ist jedoch nicht erwiesen und sei nur der Vollständigkeit halber angemerkt. Die Mützen weisen zwar eine verblüffende Ähnlichkeit mit den Grenadiermützen des russischen Leibgarde-Pawlow-Regimentes auf. Diese Ähnlichkeit ist aber eher Ausdruck der Kopiersucht der russischen Montierung durch das damalige Preußen. Weder in den A.K.O.´s, der Regiments-Chronik, noch der -Geschichte findet sich ein Hinweis auf den russischen Ursprung. Vielmehr wird das brandenburgische  Eberswalde als Herstellungsort genannt. "Es ist ein sehr weit verbreiteter Glaube, daß die Grenadiermützen, welche das Regiment noch bis heutigen Tag trägt, im Zusammenhange mit dem Rohdich´schen Testament ständen. Dies ist nicht der Fall, sondern Se. Majestät der hochselige König verlieh diese eigenthümliche, historische und auszeichnende Tracht dem Regiment erst im Jahre 1824 als eine dauernde Erinnerung seiner ruhmvollen Vergangenheit." (aus der Regimentsgeschichte 1740-1858)

[4] Der Dienstgrad Sergeant für ältere Unteroffiziere wurde mit Allerhöchster Kabinetts Ordre (A.K.O.) vom 03.10.1843 wieder eingeführt. Obwohl ihn auch Feldwebel- und Vize-Feldwebel trugen, hat sich dennoch die Bezeichnung „Sergeantenknopf“ erhalten.

[5] Welches Ansehen Voigt genoß und welche Ehren ihm widerfuhren, mögen sich hieraus ergeben: 1872, bei der Geburt seines 7. Kindes in Potsdam, des Sohnes Wilhelm Ludwig Emil Voigt, ist an erster Stelle als Pate genannt "Wilhelm I., Deutscher Kaiser und König von Preußen" Am Abschiedsfrühstück, das ihm zu Ehren das Offizierscorps des Regiments am 01.05.1887 gab, nahm auch der Kaiser teil. Beim Abschiedsabend wurde Voigt der Ehrenplatz zur Rechten des Kronprinzen Friedrich, des späteren Kaisers Friedrich III., zuteil. 1890 nahm er seinen Abschied aus der Armee und zog nach Bernburg, wo er 1894 verstarb. Unter den Klängen seines eigenen, auf den Tod König Friedrich Wilhelm IV. komponierten Trauermarsches wurde er auf dem Erbbegräbnis der Familie in Potsdam beigesetzt. Die Trauerparade wurde von der Leibkompagnie des Ersten Garderegiments zu Fuß unter dem Kommando des größten Offiziers der gesamten Armee, Hauptmann von Plüskow, gestellt. Über 100 Kompositionen, darunter zahlreiche Armeemärsche, Bearbeitungen und Partituren großer Werke für Militärmusik, u. a. der Wagnerschen Opern, sowie die Schöpfung eines Militär-Choralbuches zeugen von seinem unermüdlichen Schaffen.

[6] Wegen seiner Teilnahme am Aufstand 1848 wurde er vom Volk „Kartätschenprinz“ genannt. Er mußte vor dem Volkszorn zeitweise sogar nach England fliehen. An den blutigen Niederwerfungen der Revolutionen in Baden und der Pfalz 1849 war er ebenfalls beteiligt. Dem Regiment war er jedoch tief verbunden. Er spendete alljährlich zu seinem Geburtstag am 22. März 500 Mark zur Verteilung an hilfsbedürftige Invaliden des Regimentes. Es wurden hierfür vom Regiment Leute vorgeschlagen, die als Familienväter schwer verwundet worden waren, sowie hilfsbedürftige Hinterbliebene.