3.3.       Spurensuche, das erste Regiment der Christenheit heute

Das Einbringen der alten Garde-Fahnen in die Burg Hohenzollern am 28.06.1954, Archiv Seitenautor

Ein Volk, das keine Vergangenheit haben will, hat auch keine Zukunft."

Wilhelm von Humboldt

Im Hintergrund hören Sie den Fahnenmarsch des Wachbataillons. Mit freundlicher Genehmigung durch die DGfMM.

1945 – Stunde 0 in Deutschland. Mit dem totalen Zusammenbruch des alten Systems und der alten Werte in Deutschland, ging auch die Auflösung Preußens einher. Die Alliierten lösten per Dekret den Staat Preußen auf, der ihrer Meinung nach „... seit je her Träger des Militarismus und der Reaktion in Deutschland gewesen ist.“ (aus dem offiziellen Amtsblatt des Alliierten Kontrollrats vom 25.02.1947) Damit war auch das Urteil über die Armee dieses Staates gefällt worden und die neuen deutschen Staaten - Ost wie West - handelten so wie es ihre jeweiligen Schutzmächte vorgaben. So verwundert es nicht, daß der Pflege und Aufarbeitung der preußischen Militärgeschichte bis heute wenig bis gar kein Interesse geschenkt wurde. Die Bundeswehr tat sich lange schwer mit dem Erbe der alten deutschen Armeen, aus der auch sie nun mal irgendwie hervorgegangen ist. Erst der „Traditionserlaß“ von 1965 schaffte da etwas Klärung, doch schon 1982 hieß es dann wieder völlig entgegengesetzt: „Traditionen von Truppenteilen ehemaliger deutscher Streitkräfte werden an Bundeswehrtruppenteile nicht verliehen.“ Und so ist sich die Bundeswehr heute zwar durchaus ihrer Vorgängerarmeen bewußt und pflegt deren Hinterlassenschaft und Traditionen sogar teilweise, dieses geht aber nur auf einige örtliche Truppenführer zurück. In der DDR besann man sich in den 80er-Jahren merkwürdigerweise auf die preußischen Wurzeln des Landes, auf dem sich die DDR größtenteils befand. Sogar der „alte Fritz“ wurde frisch restauriert wieder auf seinen Sockel unter den Linden gesetzt. Das Deutsche Historische Museum (DHM) machte mit besonderen Ausstellungen und fachspezifischen Schriften zum Thema der preußischen Militärgeschichte auf sich aufmerksam. Dennoch kam das alles meist zu spät. Die Zerstörungen und Ausschlachtungen, besonders der direkten Nachkriegsjahre, haben den Großteil der Zeitdokumente unwiederbringlich vernichtet. Auch der Bestand des Zeughauses - heute DHM - wurde bis auf ein 10tel seines ursprünglichen Bestandes vernichtet oder gestohlen. Diese gestohlenen Teile wurden in alle Winde zerstreut und befinden sich heute zumeist in Sammlerhänden.

Auch die alten Gardisten hatte es in alle Winde zerstreut, einer von ihnen saß inzwischen in einer kleinen Dachmansarde in Lindau am Bodensee. In einem Brief vom 17.3.1946 schrieb von dort Graf Siegfried zu Eulenburg-Wicken, letzter Regimentskommandeur des Ersten Garderegiments zu Fuß: "...will ich aber nicht klagen, das führt zu nichts, verschlimmert nur die Lage für einen selbst und die Umgebung! Aber Deutschlands Schmach, Not und Verknechtung mit dem Raube des deutschen Ostens lasten zentnerschwer auf mir. Das Vaterland ist nun 1000 Jahre zurückgeworfen. Trotzdem müssen wir um unser Nachkommen willen den Kopf hoch behalten, d. h. unser Möglichstes zum Wohle unseres Vaterlandes tun!... Die Grenzen Preußens liegen für uns nicht allein auf der Landkarte, sondern in unseren Herzen und daraus wird sie niemand herausreißen können!..."

Die Fahnen des Ersten Garderegiments zu Fuß wurden, wiederum zusammen mit den Särgen der Könige und den übrigen Feldzeichen, aus der Königsgruft in Potsdam, beim Abzug der Amerikaner aus Thüringen nach Marburg verbracht. 1946 wurden schließlich alle Garde-Truppenfahnen nach Wiesbaden in das Neue Museum verbracht. Dort blieben sie die nächsten Jahre über eingerollt stehen.

1953 konnte der Semper talis Bund (STB) auf einer Bundestagung in Essen wieder aktiviert werden. Er nannte sich fortan "Semper talis Bund der Angehörigen des alten Ersten Garde-Regimentes zu Fuß, des Regiments der Gardes du Corps und der aus ihnen hervorgegangenen Truppenteile: 1. Garde-Reserve-Regiment, Reserve-Infanterie-Regiment 204, Res.-Infant.-Regiment 261, Infant.-Regiment 442, Infanterie-Regiment 9, Reiter-Regiment 4".

Er gliederte sich  in folgende Gruppen:

Landesgruppe Berlin Semper talis

Landesgruppe Schleswig-Holstein

Landesgruppe Hamburg

Gruppe Hannover

Gruppe Osnabrück

Gruppe Bielefeld

Landesgruppe Westfalen

Gruppe Essen

Gruppe Münster - Münsterland

Landesgruppe Rheinland

Verein "Garde" Düsseldorf

Kameradschaft Köln

Gardekameradschaft Barmen

Landesgruppe Hessen

Die Gruppen-Zusammenstellungen und Mitgliederzahlen variierten in den folgenden Jahren. Es folgten mehrere Regimentstage und Ehemaligentreffen, ein besonders großes feierte man am 21.05.1955 in Köln. Die weiterhin bestehende tiefe Verbundenheit der ehemaligen Angehörigen des Regimentes und auch des Hauses Hohenzollern mit dem Semper talis Bund und dem Ersten Garderegiment zu Fuß erkennt man am Inhalt der Festschrift, die hier auszugsweise wiedergegeben ist.

Auszüge aus der Festschrift zum Regimentstag des Semper talis Bundes in der Kölner Flora 1955, Semper talis Bund

Am 28.06.1954 wurden die jene 9 Garde-Feldzeichen, die in der Potsdamer Garnisonkirche auch schon am Grabe der Könige Friedrich Wihlem I und Friedrich II. gestanden hatten, zur Burg Hechingen überführt. Die Särge der beiden Könige waren bereits früher dorthin gelangt, nun waren Könige und Fahnen wieder vereint. In der Burg Hechingen, dem Stammsitz der Hohenzollern, wurden die Fahnen in die evangelische Kapelle gebracht. Dort hingen Sie als Dauerleihgabe[1] bis 1993. Als dann die Särge endlich, dem letzten Willen Friedrichs II. entsprechend, nach Potsdam zurückkehrten, wurden die Feldzeichen aus der Burg Hechingen zu den übrigen Fahnen der kaiserlichen Armee in´s Wehrgeschichtliche Museum im Schloß Rastatt verbracht. Dort sind sie bis zum heutigen Tage ausgestellt und die Odyssee der Truppenfahnen des Ersten Garderegiments zu Fuß fand hier ihr vorläufiges Ende.

Am 01.01.1961 konnte endlich auch wieder das erste Semper talis Nachrichtenblatt der Nachkriegszeit herausgegeben werden. Dies geschah auf Betreiben von Eduard von Westernhagen, ehemals Chef der MG-Kompagnie, dann MG-Offizier beim Stabe und zuletzt Kommandeur des Füsilierbataillons des Ersten Garderegiments zu Fuß im 1. Weltkrieg. Er berichtete darüber 1963 in einem Schreiben.

Truppenfahnen des Ersten Garderegiments zu Fuß (links) in der Christus Kapelle der Burg Hechingen, Archiv Seitenautor

Am 13.05.1961 wurde in einem feierlichen Akt in Siegburg die Tradition des alten Ersten Garderegiments zu Fuß auf das am 15. Februar 1957 aufgestellte Wachbataillon beim Bundesminister der Verteidigung (2. Kompagnie) übertragen. Der Titel des STB lautet seit dem: "Semper talis Bund der Angehörigen des alten Ersten Garde-.Regimentes zu Fuß, des Regiments der Gardes du Corps und der aus ihnen hervorgegangenen Truppenteile: 1. GardeReserve-Regiment, Reserve-Infanterie-Regiment 204, Res.-Infant.-Regiment 261, Infant.-Regiment 442, Infanterie-Regiment 9, Reiter-Regiment 4, Wachbataillon des Bundesministeriums der Verteidigung".

Im Semper-talis-Blatt war zu diesem Festakt zu lesen:

"Der 13. Mai 1961 war für den STB ein besonders denkwürdiger Tag, der die Erfüllung brachte, unsere alte stolze und ruhmreiche Tradition nach damals 273jährigem Bestehen auf das Wachbataillon beim Bundesminister der Verteidigung in Siegburg überzuleiten. Traditionsträger wurde die 2. Kompagnie des Wachbataillons. Der Übergabe-Festakt, dem das geschlossenen Offizierskorps des Wachbataillons unter Führung des Kommandeurs, Oberstleutnant Koch beiwohnte, und zu dem die 2. Kompagnie unter ihrem Chef, Hauptmann Falkenstein in Paradeaufstellung angetreten war, bot ein besonders eindrucksvolles Bild einer strammen, militärischen Ausbildung, so, wie es auch einst beim alten Ersten Garde Regiment zu Fuß in Potsdam war. Das Musikkorps begleitete die Feierlichkeiten mit unseren alten unvergessenen Märschen."

Unter den ca. 200 angereisten Angehörigen des STB befanden sich auch der Schirmherr des STB, Prinz Friedrich von Hohenzollern-Sigmaringen, der 1. Vorsitzende des STB Oberstleutnant von Alvensleben und natürlich der letzte Regimentsführer des Ersten Garderegiments zu Fuß, Graf zu Eulenburg-Wicken, der wenige Monate später verstarb. Diese drei Herren schritten unter den Klängen eines Preußischen Präsentiermarsches die Front der 2. Kompagnie ab. Graf zu Eulenburg-Wicken unterzeichnete auch die Urkunde der Traditions-Übergabe.

Das Wachbataillon präsentiert vor Graf zu Eulenburg-Wicken bei der Traditionsübergabe am 13.05.1961, Semper talis Bund

So wurde also offiziell die Tratition des alten Ersten Garderegiments zu Fuß auf das Wachbataillon beim BMVg übergeben und mit dieser viele originale Stücke aus dem Regimentshaus, die den Krieg überdauert haben und die hier erstmals wieder der Öffentlichkleit zugänglich gemacht werden.

Am 18.10.1961 starb der am 18.10.1870 geborene letzte Regimentsführer des alten Ersten Garderegiments zu Fuß, Siegfried Graf zu Eulenburg-Wicken. Über die Trauerfeierlichkeiten berichtet der Deutsche Soldatenkalender 1970:  "Bis weit über das 90. Lebensjahr hinaus geistig sehr rege und körperlich rüstig, hat Graf Eulenburg noch die Geschichte seines alten Geschlechts und einen genauen Bericht über seinen Flüchtlingstreck geschrieben. Am 18. Oktober 1961 starb er in Lindau/Bodensee und wurde am 21. auf dem dortigen neuen Friedhof nach einer sehr würdigen Trauerfeier beigesetzt, in der u. a. S. Kgl. Hoheit Fürst von Hohenzollern der ritterlich-vorbildlichen Persönlichkeit des Verstorbenen gedachte. Der Sprecher des »Wicker Kreises« aber nahm abschied vom »Markgrafen«, wie seine alten Getreuen ihn nannten, mit folgenden Worten: »Graf Eulenburg war für die Männer und Frauen, die um ihn standen, der Inbegriff der Treue, der Sauberkeit im Denken und Handeln, der Wahrheitsliebe und der Tapferkeit. Wir wußten aber auch um die unendlich große Güte, mit der er Jedem gegenüber trat, der Kummer und Herzeleid hatte, und daß er jedem ohne ansehen der Person half. Sein Leben und seine großen Fähigkeiten hat er im Krieg und Frieden in den Dienst der Treue und Pflicht für Preußen und Deutschland und für sein Ostpreußen gestellt und uns alle in diesem Geiste durch sein leuchtendes Beispiel zur Nacheiferung angespornt.«"

Wanderpokal, Sogenannter "Kaiserbecher", gestiftet am 27.01.1894 von Kaiser Wilhelm II.  für den bestschießenden Offizier des E rsten Garderegiments zu FußWachbataillon beim BMVg / Semper talis Bund 2010

Dem von Rohdische´schen Legatenfonds erging es nach dem 2. Weltkrieg wesentlich schlechter als dem STB. Unmittelbar nach Kriegsende bemühte sich der Stiftungsvorstand unter Mitwirkung des STB intensiv um die Fortführung des Stifterwillens. 1951 wurde jedoch die Stiftung in einem internen Verwaltungsakt des (kommunistischen) Magistrats von Groß-Berlin aufgelöst und das Stiftungsvermögen dem Volkseigentum zugeführt. Ohne Mieteinnahmen war der Fonds praktisch mittellos. 1961 ging mit dem STB auch der Legatenfonds auf das Wachbataillon beim Bundesminister der Verteidigung (BMVg) über. 1972 wurden schließlich vom STB Prozesse angestrengt, die die Besitzansprüche auf die Vermögenswerte in Ost-Berlin und die Rechtmäßigkeit der Vertretung des Fonds durch den STB bestätigten. Nach der Wiedervereinigung 1990 übernahm der Bundesverteidigungsminister die Aufsicht über den Fonds und Revidierte dessen Auflösung 1951. Das Vermögen ging zurück an den Fonds, jedoch läuft bis heute noch ein Gerichts-Verfahren mit dem Bundesfinanzministerium, welches ebenfalls Ansprüche auf die Vermögenswerte geltend machte. Der Fonds konnte aber nun erstmals in der Nachkriegszeit wieder den Willen des Stifters fortsetzen und den nun begünstigten Kindern von angehörigen des Wachbataillons bei der Finanzierung ihrer Ausbildung zu helfen. So konnte diese alte Tradition als einzige des alten Ersten Garderegiments zu Fuß bis heute fortgesetzt werden.

Trinkgefäß in Form einer Grenadiermütze, Geschenk der Offiziere des Ersten Garderegiments zu Fuß an Offiziere, die 5 Jahre im Regiment gedient haben.  Wachbataillon beim BMVg / Semper talis Bund 2010

Mitglieder im STB sind neben den aktiven und ehemaligen Angehörigen des Wachbataillons auch die des IR 9, man kann in diesem Punkt also auch durchaus von einer gewissen Kontinuität sprechen über die Kriege hinaus. Auch eine regelmäßige Zeitschrift, „Der Gardist“ wird herausgegeben, die dem alten „SEMPER TALIS-Blatt inhaltlich sehr ähnlich ist und auf dem Titelblatt sowohl die Grenadiermütze M/1894 des Ersten Garderegiments zu Fuß als auch das Barettabzeichen des Wachbataillons trägt. Per Definition ist es die „Zeitschrift für Mitglieder des Semper talis Bundes e.V. und des Wachbataillons beim Bundesministerium der Verteidigung“. Sitz des STB und damit natürlich auch des Legatenfonds ist Köln, eine Zweigstelle existiert seit 1997 auch in Berlin.

Tischskulptur mit originalem Trommelhaken, der von  Prinz Eitel Friedrich bei Colonfay am 29.08.1914 verwendet wurde.  Wachbataillon beim BMVg / Semper talis Bund 2010

Wenn man heute nach Spuren des einstigen Stolzes einer ganzen Armee - und keiner unbedeutenden dazu - sucht, dann stößt man zunächst natürlich auf bauliche Überbleibsel. Das Regimentshaus in der Mammonstraße Nr. 4, heute Werner-Seelenbinder-Straße, hat den 2. Weltkrieg nicht überdauert. Es wurde vermutlich beim Alliierten Großangriff im April 1945 vernichtet. Über den Verbleib des Interieurs ist nichts bekannt, lediglich einige Röchling-Bilder haben den Krieg überstanden und sind heute teilweise restauriert meist im Besitz der Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten oder des Semper-talis-Bundes.  Die alte Kaserne des Ersten Garderegiments zu Fuß in der Priesterstraße hat überlebt. Sie ist heute aber leider fast völlig verdeckt von einem großen Gebäude der Industrie- und Handelskammer (IHK). Die einstige Kaserne ist heute ein Verwaltungsgebäude. Immerhin ist die Priesterstraße seit 1991 nach Henning von Tresckow benannt, einem der bekanntesten Mitglieder der Widerstandbewegung des 20. Juli 1944, der aus den Reihen des 9. (Preuß.) Infanterieregimentes kam, in seinem Fall sogar noch im Ersten Garderegiment zu Fuß gedient hatte.

Die Kaserne in der Priesterstraße (seit 1991 Henning-von-Tresckow-Str.) in Potsdam im Jahre 2004, Archiv Seitenautor

Das Denkmal des Gardekorps in Chlum (Čz) hat die Zeiten überdauert, wenn auch nicht in Bestzustand.  Es wird vom Museum Hradec Králové, dem ehemaligen Königgrätz gepflegt. Wie bereits erwähnt, hat die Kolonie der russischen Sänger „Alexandrowka“ ebenfalls die Zeiten überdauert. Die Häuser durften seit ihrer Errichtung nicht veräußert und nur in direkter männlicher Linie vererbt werden. Daher fielen die Häuser in den folgenden Jahrzehnten zum größten Teil an den König zurück. Sie wurden anschließend an verdiente Feldwebel des Ersten Garderegiments zu Fuß gegeben. Nach 100 Jahren waren nur noch 4 der Häuser von direkten Nachkommen der Sänger bewohnt, heute sind es mit der Familie Grigorieff und der Familie Schischkoff nur noch zwei. Das Russische Dorf ist seit 1999 Teil des Weltkulturerbes der UNESCO[2].

Die Garnisonkirche ist dagegen bekanntermaßen 1968 von der SED abgerissen worden. Die Kirchenruine stand lange unbeachtet, bis man 1968 im Zuge der Verbreiterung der Breiten Straße an die Beseitigung der Garnisonkirche ging. Beginnend am 14.05.1968, wurden bis zum 14. August des Jahres, als man das Fundament sprengte, insgesamt 15 Sprengungen durchgeführt. Am spektakulärsten war wohl die 12., die Sprengung des Turmes am 19.06.1968. Am 23.06.1968 wurde der noch verbliebene Rest des Turmes gesprengt. Die Reste des im Krieg schwer getroffenen Denkmals des Ersten Garderegiments zu Fuß direkt nebenan wurden ebenfalls gesprengt, jedoch schon 1946. Um sie zusätzlich zu demütigen, ließen die Kommunisten ehemalige Angehörige des alten Ersten Garderegiments zu Fuß diese Sprengung durchführen. So manchem treuen Ersten Gardisten standen dabei die Tränen in den Augen.

Ein Gebäude der Siedlung Alexandrowka heute, Privatarchiv

Wie erwähnt erwarb die Kölner Prinzengarde nach dem 1. Weltkrieg einen Bestand an Grenadiermützen M1894. Sie werden auch heute noch in jeder "Session" getragen. Inzwischen jedoch natürlich nicht mehr die kostbaren Originalmützen, sondern nur noch Nachfertigungen. Was aus den Originalen geworden ist, ist nicht bekannt.

Am 20.08.1967, fast genau 97 Jahre nach dem Tag der Schlacht bei St. Privat am 18.08.1870, wurde ein neues Denkmal des Ersten Garderegiments zu Fuß an dieser Stelle eingeweiht. Das alte Denkmal war schon zwischen den Weltkriegen zerstört worden. Von September 1964 an hatte der STB für dieses Denkmal gesammelt und die notwendigen Genehmigungen bei den französischen Behörden eingeholt. Im Juli 1967 war das Fundament fertig und nun wurde der Gedenkstein, welcher bis dahin auf dem Kasernenhof des Wachbataillons beim BMVg in Siegburg gestanden hatte vom Wachbataillon nach St. Privat geschafft und dort gemeinsam mit Pionieren der Garnison Metz auf dem festen Fundament aus Bruchstein aufgestellt. Am 18.08.1967 fand die letzte Nachprüfung vor Ort statt, die keine Beanstandungen hervorbrachte. Im Rahmen der Jahrestagung des STB in Saarbrücken, bei dem auch der Militärattaché in Paris, Oberst i. G. Bucksch,  und General Vaillant, Militärattaché bei der französischen Botschaft in Bonn anwesend war, wurde ein großer Festakt begangen. Am nächsten Tag, dem 20.08.1967 ging es um 8:00 Uhr per Bus los in Richtung Frankreich. Nachmittags wurde in St. Privat feierlich der Gedenkstein enthüllt. Es ist ein wuchtiger Stein mit einer Gedenkplatte mit der Inschrift: "Am 18. August 1870 fielen beim Angriff auf St. Privat der Kommandeur Oberst v. Roeder und 361 Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften des Ersten Garderegiments zu Fuß. Semper talis.". Aufgestellt ist er etwa 20 Schritt entfernt vom und im rechten Winkel zum nicht gesprengten Original-Denkmal des 3. Garderegiments zu Fuß. An der Feier nahmen neben den alten Gardisten auch deren Frauen, zahlreiche Ehrengäste, viele Dorfbewohner und viele Kinder der Umgebung teil. Die Festrede hielt in französischer Sprache der Schirmherr des STB, Prinz Albrecht von Hohenzollern.

Das neue Denkmal des Ersten Garderegiments zu Fuß in St. Privat, Semper talis Bund / Archiv Seitenautor

Den größten Bestand an Uniformen des Ersten Garderegiments zu Fuß hat wie bereits erwähnt das Museum Haus Doorn in Holland aufzuweisen. Nach Absprache können diese auch explizit besichtigt werden. Gleiches gilt für die verbliebenen Uniformen des Deutschen Historischen Museums in Berlin[3], der immer noch größten militärhistorischen Sammlung Europas, welche vorwiegend Uniformen der Vorgängerregimenter Garde Nr. 6 und Nr. 15 im Bestand hat. Leider werden diese seit langer Zeit nicht mehr ausgestellt.

Am 30.08.1975 wurde der Traditionskompagnie beim Wachbataillon BMVg eine besondere Ehre Zuteil.

"URKUNDE

Der Degen des Generals von Möllendorff, welcher der Kompanie-Chef der 1. Kompanie 9. (Preuß.) Reichswehr-Infanterie-Regiment Potsdam, Traditionskompanie des Ersten Garde-Regiments zu Fuß, zu besonderen Anlässen trug, ist durch Kriegseinwirkung in Potsdam verblieben. Der Degen des Vizefeldwebels August Benderoth, 3. Kompanie des Ersten Garde-Regiments zu Fuß, wurde in rheinischer Erde vergraben und wieder freigelegt. Diesen Degen überreicht der Sohn, Robert Benderoth, der 2. Kompanie im Wachbataillon des Bundesministers der Verteidigung, welche heute Traditionsträger ist. Möge der Degen symbolisch an den Degen des Generals von Möllendorff erinnern

Semper talis Kameradschaft Köln

Köln, den 30. August 1975

gez. Robert Benderoth                                                                                                                                                      gez. Karlheinz Richarz"

1984 wurde in Iserlohn die Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel e.V. - TPG -  von Soldaten des Fallschirmjägerbataillons 271 gegründet. Diese Traditionsgemeinschaft ließ 1987 das Glockenspiel der Garnisonkirche zu Potsdam nachbauen, die Gelder dafür kamen durch Spenden zusammen. Die prominentesten Stifter waren der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker (ein ehemaliger Angehöriger des IR9) und Prinz Louis Ferdinand von Preußen. Die Einweihung war am Symbolträchtigen 17.06.1987. Weiterhin spendeten viele andere ehemalige Angehörige der Potsdamer Regimenter und natürlich auch Privatpersonen jeglicher Art. Bemerkenswert ist, daß sich das Wachbataillon als Träger der Tradition der Potsdamer Regimenter "vornehm" zurück hielt bei diesem Thema und statt dessen eine eher unbeteiligte Truppe den Wiederaufbau der Glocken anging.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands beschloß die Potsdamer Stadtverordnetenversammlung im Oktober 1990:
             
"W I L L E N S E R K L Ä R U N G"

Der Beschluß der Stadtverordnetenversammlung von 1968, der zur Sprengung der Garnisonkirche führte, war ein Akt kultureller Barbarei. Damit ging der Stadt Potsdam eine architektonische Meisterleistung von europäischem Rang verloren. Wir, die frei gewählte Stadtverordnetenversammlung, verurteilen diese politisch motivierte Tat, die stellvertretend für eine Vielzahl von Abrissen genannt wird. Mit Freude und Dankbarkeit nehmen wir die Initiative der "Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel e.V." zugunsten der Garnisonkirche zur Kenntnis, die dem Bedürfnis, die alte Schönheit der Stadt Potsdam wiederherzustellen, entspricht.  Diese Bemühungen müssen sich in eine städtebauliche Gesamtkonzeption einordnen. Der mögliche Wiederaufbau der Garnisonkirche  wird in einer wirtschaftlich gesicherten Zukunft unserer Stadt seinen Platz finden; er wird nicht die Rettung der zu erhaltenden Originalbauten beeinträchtigen - eher fördern."

Am 14.04.1991 wurde das Glockenspiel feierlich an die Stadt Potsdam übergeben und wartet dort noch heute auf seinen endgültigen Bestimmungsort: den Turm der Garnisonkirche. Doch um den Wiederaufbau der Kirche gab und gibt es wie so oft beim Thema "Preußen" Streit, der dazu führte, daß bis heute die gesammelten Millionen-Gelder brach liegen und die Garnisonkirche wohl in absehbarer Zeit nicht wieder aufgebaut wird.

Allgemein war man bisher des Glaubens, daß auch die Garnisonkirche beim Luftangriff vom 14./15.04.1945 von Bomben getroffen wurde. Nach mehreren übereinstimmenden Augenzeugenberichten sind jedoch nicht die Bomben, sondern die im benachbarten Langen Stall gelagerte und explodierende Munition dafür verantwortlich, daß erst das hohe Kirchendach in Feuer fing und von dort das Feuer auf den Turm übergegriffen habe. Kirche und Langer Stall brannten vollkommen aus. Der Lange Stall war ja größtenteils als Fachwerkbau ausgeführt und brannte daher bis auf das steinerne Portal ab. Dieses Portal steht heute noch. Die Straße, früher Mammonstraße, ist heute eine Sackgasse, namens Werner-Seelenbinder-Straße.

Portal des Langen Stalls 2010, Archiv Seitenautor

Am 01.06.1995 verstarb mit Adalbert von Taysen (geb. 29.01.1898 in Berlin) der letzte Offizier, der noch im alten Ersten Garderegiment zu Fuß gedient hatte. Damit leben keine Zeitzeugen des Regimentes mehr, die Überlieferung und Wahrung der Tradition kann nur noch von den Nachgeborenen übernommen werden. Das Wachbataillon beim Bundesministerium der Verteidigung sieht sich dabei gerne in der Tradition des alten Ersten Garderegiments zu Fuß. Sogar der Spruch „SEMPER TALIS“ wird dort oft benutzt. Richtig ist sicher, daß an Angehörige des Wachbataillons die gleichen Anforderungen an Drill und Körpergröße gestellt werden, wie einst an das preußische Regiment. Auch die Einteilung nach Körpergröße in die Bataillone (absteigend vom I. zum letzten.) ist die gleiche. Doch schon das gotische „W“ am Barett des Wachbataillons deutet auf eine andere Tradition hin, nämlich die des alten Wachregiments der Wehrmacht, die dieses ebenfalls führte. Daß diese vom heutigen Wachbataillon jerdoch ausdrücklich nicht weiter verfolgt wird, liegt daran, daß das alte Wachregiment maßgeblich an der Niederschlagung des Aufstandes vom 20. Juli 1944 beteiligt war[4]. Der Gardestern ist dagegen beim heutigen Wachbataillon nirgends zu finden. Das Wachbataillon pflegt dagegen die Trtadition des potsdamer IR9 und insbesondere die daraus hervorgegangenen Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944, denen ein großer Bereich des Traditionsraumes des Wachbataillons beim BMVg gewindmet ist.

Traditionsraum des Wachbattaillons beim BMVg in der Julius-Leber-Kaserne Berlin, Wachbataillon beim BMVg / Semper talis Bund 2010

Diese Räumlichkeiten, wie auch alle verbliebenen originalen Stücke, Bilder, etc. aus dem Regimentshaus und die militärhistorische Sammlung befinden sich heute in den Räumlichkeiten des Wachbataillons in der Julius-Leber-Kaserne in Berlin-Wedding. Der Legantgenfonds besitzt ebenfalls  Räumlichkleiten in der Julius-Leber-Kaserne.

Heute tritt  bei offiziellen Anlässen, wie z. B. Militärmusikfestivals, häufig das Wachbataillon neben der offiziellen Uniform auch in der Uniform des Ersten Garderegiment zu Fuß auf. So stehen dann dort z. B. zwei preußische Grenadiere neben einem Zug Bundeswehrsoldaten. Leider sind solche Veranstaltungen zwar der Öffentlichkeit zugängig, finden jedoch in einem Land ohne offizielle Militärtradition wenig Anklang.

Soldat des Wachbataillons beim BMVg im Jahre 2002 bei einem Empfang, Archiv Seitenautor

Besonders erschwerend für die heutige Erforschung der preußischen Militärgeschichte und dabei speziell die der Garderegimenter, ist der vollständige Verlust der Akten des Heeresarchivs in Potsdam. Wie erwähnt wurden durch einen britischen Großangriff auf Potsdam  in der Nacht vom 14./15.04.1945 das Preußische Staatsarchiv inklusive dem Heeresarchiv und damit auch die meisten Unterlagen zum alten Erste Garderegiment zu Fuß unwiederbringlich zerstört. Die meisten der fehlenden preußischen Verordnungen und Erlasse können heute anhand der meist kurz darauf folgenden gleich lautenden Verordnungen und Erlasse der anderen Kontingente wie dem badischen, bayrischen oder württembergischen zurückverfolgt werden. Die Archive in Rastatt, München, etc. sind bis auf wenige Ausnahmen unversehrt geblieben. Doch für ausschließlich preußische Truppenteile wie dem Gardecorps fällt die Rückverfolgung der Potsdamer Akten schwer. Die heutige Forschung kann sich daher nur auf zeitgenössische Literatur vor 1945, Fotodokumente und erhaltene Originalstücke stützen.

Kaserne des Ersten Garderegiments zu Fuß, später IR9 in der Henning-von-Treskow-Straße im Jahre 2010, Archiv Seitenautor

Ein solches Originalstück, der Ehrentaktstock des Stabshoboisten und Königlich Preußischen Musildirektors im Ersten Garderegiment zu Fuß, Friedrich Wilhelm Voigt, tauchte 1996 im Militaria-Handel auf. Dort hat Herr Dieter Thiemann, Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Militärmusik e.V. (DGfMM), das wertvolle Unikat erworben und der DGfMM als Stiftung überlassen. Dem Vorschlag des Stifters an die Eigentümerin DGfMM e.V., diesen Ehrentaktstock Herrn Professor Gustav Fischer in geeigneter Form auf Lebenszeit zu überreichen, haben Vorstand und Mitgliederversammlung entsprochen und so wanderte der Stock in dessen Hände. Am Rande der Jahreshauptversammlung der Deutschen Gesellschaft für Heereskunde e.V. in Wien hatte am 30.5.1997 die Übergabe von Dirigentenstab und Urkunde bei einem kleinen Festbankett stattgefunden. Nach dem Ableben von Prof. Gustav Fischer am 15.08.2004 war der Ehrentaktstock bestimmungsgemäß an die Eigentümerin DGfMM e.V. zurückgefallen und bei der Vorstandssitzung am 03.10.2004 in Neubrandenburg über dessen Weitergabe zu befinden. Der Beschluß wurde schnell gefaßt und so wurde am 13.10.2005 durch den Vorsitzenden der DGfMM e.V. der Stab an Herrn Hans Ahrens weitergegeben, einem Mann, dessen Name mit einem reichen Schaffen im Bereich der Blasmusik, mit mehr als 2.000 Arrangements und Kompositionen verbunden ist. Auch hat er viele Märsche, darunter auch drei von Friedrich Wilhelm Voigt, die bislang unbekannt waren neu eingespielt. Zur Übergabe des Taktstockes bot das Potsdamer Lokal „Der Garde-Ulan“, in dem der Arbeitskreis Militärmusik in der Deutschen Gesellschaft für Heereskunde e.V. (aus dem später die DGfMM hervorging) sein erstes Treffen im vereinten Deutschland abhielt, den passenden Rahmen.

Ehrenfriedhof der Garde bei Colonfay / Le Sourd im Jahre 2010, Privatarchiv

In Frankreich hat der Ehrenfriedhof der Garde bei Colonfay / Le Sourd aus dem Ersten Weltkrieg ebenfalls die Zeiten überdauert. Er kann nach wie vor besichtigt werden und ist in gutem Zustand. Auf ihm befindet sich unter anderem das Grab des 1916 gefallenen Regimentsführers Friedrich von Bismarck und die Grabstätten zahlreicher anderen Angehörigen des Gardekorps und des Ersten Garderegiments zu Fuß.

Im Herbst des Jahres 2005 wurden im Katharinenholz die Reste des alten Denkmales des Ersten Garderegiments zu Fuß entdeckt. Leider fühlt sich hier, wie bei den meisten anderen militärischen Hinterlassenschaften auch, niemand für zuständig die Bergung oder gar den Wiederaufbau des Denkmales in Angriff zu nehmen. Die Reste liegen nun ungeschützt im Wald herum und warten darauf, entwendet zu werden.

Am 28.09.2010 fand im Traditionsraum des Wachbataillons beim BMVG die Übergabe der Orden von Siegfried Graf zu Eulenburg-Wicken statt. Teil dieser Orden sind auch der Pour-le-Merite, den der Major sogar mit Eichenlaub erwarb als einer der ganz wenigen Truppenkomandeure des ersten Weltkrieges. Damit ist ein weiteres wichtiges Bindeglied zwischen dem Wachbattaillon beim BMVg und seinem Traditionsgeber hergestellt. Bei der Übergabe waren einige Angehörige aus dem Kreise der Familie Eulenburg-Wicken zugegen.

Orden von Siegfried Graf zu Eulenburg-Wicken, Wachbataillon beim BMVg / Semper talis Bund 2010

Für die Vorgängerregimenter der friderizianischen Epoche und natürlich die Langen Kerls wächst auch beim breiten Publikum das Interesse. Bei verschiedensten Anlässen sind historische Darstellungsgruppen dieser Truppen zu finden, welche versuchen dem Publikum die damalige Zeit näher zu bringen. Mag es an den so wenig an die Schrecken des Krieges erinnernden bunten Uniformen und Perücken dieser Epoche liegen oder an den immer häufiger werdenden Geschichtsbeiträgen im Fernsehen - die Zeit des „alten Fritz“ wird nach und nach zu einer Zeit des „guten“ Preußens verklärt.

Heinz Rühmann mit einem Rock des Ersten Garderegiments zu Fuß: „Da müssen zwee Sterne druff!“, ddp images

Mit der Pickelhaube und dem Waffenrock dagegen wird nach wie vor nur das reaktionäre und militaristische, das „böse“ Preußen gleichgesetzt. Das geht sogar so weit, daß die rührigen Stadtväter der alten Preußischen Garnison Wesel anläßlich der „Preußentage 2003“ die Darstellungsgruppen ausdrücklich darauf hinwiesen, daß „...Pickelhauben im Stadtgebiet unerwünscht“ seien. Damit ist auch über das Erste Garderegiment zu Fuß, dessen Hauptschaffen nun mal in diese „Pickelhauben-Zeit“ fällt, das Urteil gefällt. Wenn dann noch erwähnt wird, daß Wilhelm zwo, der für die Ur-Katastrophe der Deutschen im 20. Jahrhundert als ein Hauptverantwortlicher ausgemacht wurde, gerne und oft bei „seinem“ Regiment verweilte und auch meist in der Uniform des Ersten Garderegiments zu Fuß auftrat, dann verstärkt sich noch diese negative Haltung. Nicht einmal die kleinen übrig gebliebenen Versatzstücke der einstmals so stolzen preußischen Garde, wie z. B. die Kragenspiegel (=Gardelitzen) und der Feldjägerstern (=Gardestern) der Bundeswehr sind heutzutage noch als zu diesen Truppen oder gar zum Ersten Garderegiment zu Fuß zugehörig bekannt. Sie werden gesehen, jedoch wo sie herkommen und warum sie so aussehen, das ist nicht mehr bekannt (nicht einmal den Trägern dieser Abzeichen) und auch heutzutage nicht mehr wichtig. Ist es das wirklich nicht? Selbst die offenkundigsten Reste von einst, Gebäude und Ehrenmäler, sind heute nichts weiter als kleine Schmankerl aus einer längst vergangenen und vergessenen Epoche. Sogar wenn explizit einmal auf das Regiment hingewiesen wird, wie z. B. bei den Auftritten des Wachbataillons oder im „Hauptmann von Köpenick“, ist das eine Information, die nicht weiter auffällt. So bleibt denn die alte „Potsdamer Wachtparade“ auch weiterhin im Dunkel der Geschichte versunken, bis eines Tages vielleicht doch noch die „Pickelhauben-Zeit“ und mit ihr das „böse“ Preußen neu bewertet werden. Es ist demnach auch heute so wie zu alten Zeiten: Das Erste Garderegiment zu Fuß ist und bleibt - stets gleich - das getreue Spiegelbild Preußens und der Hohenzollern. Und solange diese in der Versenkung verschwunden bleiben, ist es auch ihr Regiment...

 

 

SEMPER TALIS

 


 

[1] Leihverträge vom 19.06.1954 und 30.04.1957, ersetzt durch Vertrag über Dauerausleihe vom 23.02./07.05.1968 zwischen der Bundesrepublik Deutschland bzw. der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und der Generalverwaltung des vormals regierenden Preußischen Königshauses.

[2] United Nations Educational, Scientific and Cultural Organisation

[3] Ein besonderer Dank gilt dem leider viel zu früh gestorbenen Sammlungsleiter, Hr. Dipl.-Hist. Klaus-Peter Merta, der jederzeit mit Rat und Tat zur Seite stand und ohne dessen umfassendes Fachwissen diese Netzpräsenz nicht möglich geworden wäre.

[4] Der Führer des Wachregiments, der junge Major Remer, war ein ausgesprochener Nationalsozialist. Er Ordnete die Niederschlagung des Aufstandes und die sofortige Erschießung Stauffenbergs und seiner Mitstreiter in der Bendlerstraße an.