Vorwort

Die kaiserlichen Prinzen mit der Fahne des Ersten Garderegiments zu Fuß, Fotopostkarte um 1900

„Auf 230 Jahre ruhmreicher Geschichte ohnegleichen darf das Regiment zurückblicken, einer Geschichte, die das getreue Spiegelbild ist der Geschichte Preußens und der Hohenzollern. Preußens große Tage sind gleichzeitig Marksteine am Weg des Regiments. An Preußens wichtigsten Entscheidungen hat es teilgehabt, solange es besteht, und so soll es bleiben!“

 

Major Siegfried Graf zu Eulenburg-Wicken, 1918 letzter Regimentsführer

 

Im Hintergrund hören Sie den Fahnenmarsch des Bataillons Grenadiergarde Nr. 6, einem Stammtruppenteil des Ersten Garderegiments zu Fuß. Mit freundlicher Genehmigung durch die DGfMM.

 

Wenige Regimenter der Militärgeschichte waren so bekannt und genossen so hohes Ansehen im In- und Ausland wie das königlich preußische Erste Garderegiment zu Fuß, welches sich selbst als das „vornehmste Regiment der zivilisierten Christenheit“ bezeichnete. Seine lange Geschichte reicht zurück bis in die Anfangszeit der stehenden Heere am Ende des 30-jährigen Krieges. Eng verbunden ist die Geschichte des Ersten Garderegiments zu Fuß mit der Geschichte des Hauses Hohenzollern, zu deren persönlichem Schutze diese Elitetruppe in´s Leben gerufen wurde. Wie das Wort Garde besagt, sollte das Regiment dem unmittelbaren Schutz für die "geheiligte" Person des Monarchen dienen, gleichzeitig aber Muster und Vorbild für die ganze Armee sein. Jeder Prinz des Hauses Hohenzollern trat traditionsgemäß im Alter von 10 Jahren als Secondeleutnant in dieses Regiment ein. So endet die Regimentsgeschichte denn auch offiziell mit der Abdankung des letzten Hohenzollern-Monarchen 1918 und der Demobilisierung der alten Armee im Winter 1918/19.

 

Doch ist damit alles verloren gegangen? Ist nichts geblieben von der legendären „Potsdamer Wachtparade“? Zunächst führte noch das 9. (Preußische) Infanterieregiment der Reichswehr und später das Infanterie-/Grenadier-/Panzergrenadierregiment 9 der Wehrmacht an gleichem Orte die Tradition fort. Endgültig zu Ende ist demnach die lange Geschichte dieses Regimentes mit dem völligen Zusammenbruch des Militär- und Staatssystemes in Deutschland 1945. Alle alten Werte, alle Traditionen, insbesondere die des Militärs waren fortan in Deutschland dem Vergessen anheim gegeben. Gewollt, weil man den speziell preußischen Militarismus für das Desaster verantwortlich machte, oder ungewollt ging viel Wissen verloren. Der Bombenkrieg tat sein übriges. Und so kommt es, daß heute fast niemand mehr das einstige Aushängeschild einer ganzen Nation, die Vorführ- und Paradeeinheit des deutschen Kaiserreiches kennt. Angefangen hat allerdings auch dieses Regiment zunächst klein....

 

 

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