Bildquelle:

Bleckwenn, Ruth: Zelt und Lager im Altpreußischen Heer, Osnabrück 1975, Biblio, S. 237

Die Trommeln wurden bei Nichtbenutzung durch Überzüge geschützt, damit z. B. die Trommelfelle nicht naß wurden. Die zylindrischen Futterale wurden in den Ökonomie-Reglements veranschlagt.

Durchmesser des Futterals 1 Fuß 10 Zoll, Länge 2 Fuß 9 Zoll. Bei Durchmesser und Höhe der Trommel von ca. 40cm war das Futteral weit genug, um es rasch abstreifen zu können. Die überschüssige Länge endete lappenförmig ausgeschnitten. Offenbar konnte man so die Enden übereinander schlagen und zuknöpfen. Knöpfe waren in den Kostenvoranschlägen der Fa. Reichenbach vorgesehen.

Die Embleme auf dem kreisrunden Deckel waren stets gemalt, nicht gestickt. In einem "Versuch einer Anleitung zum Lagerdienst im Felde", S. 32 (Potsdam 1787, gewidmet dem Major von Schlieben bei No. 6, der 1786 noch Kapitän ist und 1795 schon Oberst) wird mitgeteilt: "Da die Tambours gegenwärtig Trommel-Futterals haben, so wird kein Trommelzelt mit zu Felde genommen."  Ob es sich hierbei um eine Besonderheit bei dem Bataillon Grenadier-Garde Nr. 6, welches ja auch anderweitig viele Besonderheiten aus der Zeit vor 1740 bewahrte, handelt, ist nicht mehr nachzuweisen und sei nur der Vollständigkeit halber hier genannt. Nirgends sonst findet sich ein Hinweis auf evt. Trommelzelte. Mit dem Untergang der Altpreußischen Armee 1806 verschwanden auch die Überzüge.

Realstücke der Regimenter Nr. 15 und 6 sind nicht vorhanden. Es existierten lediglich die Beschreibungen der für militärisch-dekorative Malarbeiten privilegierten Malfirma Hübener, später Reichenstein. Als deren Privileg 1842 erlosch, kamen die Tafeln in das Preuß. Kriegsministerium, von dort 1935 in das Zeughaus (heute DHM) Berlin. Dort verliert sich ihre Spur und nur ein sehr ungenügender Fotosatz der auf den Tafeln abgebildeten Gewehrmäntel, dazu Farbnotizen von C. Kling für die Trommelüberzüge und von den Feldflaggen ein Farbdruck, den G. Lehmann für ein nicht zustande gekommenes Werk über altpreußische Feldzeichen hatte anfertigen lassen. Die Tafeln von Reichenstein zeigten je ein Musterstück von Nr. 15 vor und nach 1740.