Bildquelle:

Bleckwenn, Ruth: Zelt und Lager im Altpreußischen Heer, Osnabrück 1975, Biblio, S. 237

 

Die "Zeltfahnen" (auch "Feldflaggen" oder "Quartierfähnlein" genannt) gehörten zu den eigentlichen Truppenfeldzeichen. Sie wurden an Stöcken festgenagelt, welche gewöhnlich in der Farbe der zu den Truppenfahnen gehörenden Stangen gehalten waren, also hier gelb. Jede Kompagnie besaß zwei Zeltfahnen, welche vor der Lagerfront des Bataillons die Endpunkte der fünf Linien markierten, auf denen die Truppe anzutreten hatte. Sie gehörten zum Lagergerät und besaßen eine Wachstuchhülle. Auf dem Marsch wurden sie von den Fourieren geführt, die unter den Regimentsquartiermeistern dem Heere nach Möglichkeit vorausgingen, um vorbereitend das Lager abzustecken mit ebenjenen Zeltfahnen.

Gegen Mitte des 18. Jahrhunderts wurden die Zeltfahnen von ca. 54 x 67cm auf ca.33-35 x 40-46cm verkleinert. Die Embleme waren stets gemalt, nicht gestickt. Mit dem Untergang der Altpreußischen Armee 1806 verschwanden auch die Zeltfahnen.

Realstücke der Regimenter Nr. 15 und 6 sind nicht vorhanden. Es existierten lediglich die Beschreibungen der für militärisch-dekorative Malarbeiten privilegierten Malfirma Hübener, später Reichenstein. Als deren Privileg 1842 erlosch, kamen die Tafeln in das Preuß. Kriegsministerium, von dort 1935 in das Zeughaus (heute DHM) Berlin. Dort verliert sich ihre Spur und nur ein sehr ungenügender Fotosatz der auf den Tafeln abgebildeten Gewehrmäntel, dazu Farbnotizen von C. Kling für die Trommelüberzüge und von den Feldflaggen ein Farbdruck, den G. Lehmann für ein nicht zustande gekommenes Werk über altpreußische Feldzeichen hatte anfertigen lassen.